Togo-Ghana-Tour 2016

Erlebnisse und Eindrücke von Michael F. Firmenich vom 16. - 18. November 2016

 

Dies wird nun meine 19. Reise nach Togo. Seit vielen Wochen habe ich sie mit unserem Koordinator Aimé Dogo, der in Togo lebt, ausgearbeitet. Aimé, trotz seiner Ausbildung als Lehrer für Deutsch und Französisch damals ohne Stelle, ist unser treuer, fleißiger und zuverlässiger Freund und hilft uns seit dem Jahr 2003. Ohne seine intensive Betreuung unserer Projekte und der Patenschaften, wäre für mich eine Vereinsführung mit meinen Ansprüchen nicht denkbar. Ich danke Dir lieber Aimé für all Deine Hilfe. Nachdem bereits Stefans ausführliche Tagesberichte unserer Tour ab dem 21.11.2016 zu lesen sind und die von Silvia vom 18. Bis 21.11.2016, folgt nun mein Bericht.


Stefan, der ja 6 Tage nach mir nach Togo eingereist ist, tippte seine ausführlichen Tagesberichte in sein Smartphone, meist während der Fahrt in unserem alten Mazda-Bus. Wenn wir dann Internetverbindung hatten, was am Anfang in Togo eher selten war, sandte er seinen Bericht an unseren Webmaster Thomas nach Berlin.

Auch Silvia, die mit ihrem Mann Klaus 3 Tage vor Stefan angereist war, hat ja auch schon ihre Erlebnisse von den Besuchen/ Treffen mit den Patenkindern geschildert.
Danke lieber Thomas, dass immer so prompt reagiert hast und alles teilweise sogar taggleich auf www.togohilfe.com und bei Facebook eingestellt hast! Du bist eine unheimlich große Hilfe.

Aufgrund meiner zusätzlichen Programmpunkte reiste ich bereits am Mittwoch, den 16.11.2016 nach Togo ein. Angekommen um 18.10 Uhr im Flughafen von Lomé war ich total erstaunt. Nicht wegen der sehr warmen, aber feuchten Luft ( um diese Uhrzeit noch ca. 28 Grad ), nein, was hat sich alles hier innerhalb eines Jahres geändert?! Ein neues Flughafengebäude, alles glänzte und schien mir auch von der Abwicklung her gut durchdacht. Und das in Westafrika, in Togo, dem an zehntletzter
Stelle der UN-Liste i.S. durchschnittliches Jahreseinkommen. Es liegt bei $ 200,- Jahreseinkommen, nicht Monatseinkommen!!! Berlin ist da mit seinem Flughafen etwas anders, was das Zeitmanagement angeht. Was war das doch früher ein kleines ziemlich verschmuddeltes Gebäude? Wir
kamen mit dem großen Flieger von Air France an, dieser parkte etwa 70-100m vor dem Gebäude und zwar so, dass er für den Abflug nicht zurück geschoben werden musste, sondern gleich in Richtung Startbahn durchstarten konnte. Wir Passagiere durften dann diese kurze Strecke nicht zu Fuß gehen, nein, wir wurden mit Bussen zum Flughafengebäude gebracht, wo wir dann in einer langen Schlange standen, denn es waren immer nur 2, max. 3 Schalter mit Zoll-Leuten (Zollbeamte gibt es dort
ja wohl eher nicht) besetzt.
Diesmal war es anders! Nein, nicht alles! Der kleine Schwarze, er hieß bei uns immer nur „Doktor“ in seinem weißen Kittel, wuselte dort hin und her und „überprüfte“, ob wir auch unseren gelben Impfausweis dabei hatten. Ich habe seit Jahren den Eindruck, er sucht nach „Opfern“, jemanden, dem er „seine“ Spritze im Nebenraum in seinen Allerwertesten rein jagen kann. Nun, es war auch diesmal nur wichtig, man hatte den gelben Ausweis dabei, mehr nicht, denn so flüchtig, wie er hier drüber schaute, konnte er gar nicht erkennen, ob ich wirklich meine Gelbfieber - Impfung gemacht hatte bzw. ob diese noch gültig war (diese Impfung ist für die Einreise nach Togo Pflicht). Ohhhhh, plötzlich verfiel er in Hektik. Ein Passagier hatte den besagten gelben Ausweis nicht dabei und wurde prompt von „unserem kleinen weißen schwarzen Mann“ in den Nebenraum geführt. Der arme Passagier! Vor einigen Jahren hatte auch ein Mit- reisender in unserer Gruppe seinen Ausweis nicht parat, er fand ihn in dem Moment einfach nicht in seinem Rucksack. Was haben wir gemacht? Ich bin als Erster von der Gruppe vorgegangen und hab dann nach der
Kontrolle des Impfausweises diesen hinterrücks nach hinten weiter gegeben an unseren Freund H. Alles war o.k., er konnte den gelben Ausweis vorzeigen, so wurde er von der Pferdespritze verschont. Der Name wurde nicht überprüft und alles war gut.

Es war diesmal eine erstaunlich zügige Abfertigung! Und etwas war auch neu: Die Technik hat auch hier Einzug eingehalten! Mit einem sehr ernsten und wichtigen Gesichtsausdruck wurde mir erklärt, was ich zu machen hatte. Die rechten 4 Finger ( ohne Daumen ) auf ein Tablet legen, dann die linken 4 Finger, dann die beiden Daumen separat, natürlich jetzt alles voll elektronisch! Zum guten Schluss dann ein
paar Schritte zurücktreten, Brille abnehmen und in die Kamera schauen. Es wurde ein Foto gemacht, dann wurde überprüft, ob der Pass o.k. war und natürlich das Visum! Mein 2. Vorname wurde in das Einreiseformular eingetragen, ohne Vorwürfe. Das war auch mal anderes früher. Für mich total erstaunlich: Ich keine Probleme beim Zoll! Vorher hatte ich echt
Bedenken. Mit meinen vielen neuen Brillenfassungen, ein spez. Optik- Messgerät, gespendeten Handys, Sticks, SD-Karten, div. nagelneues Handwerkszeug, welches ich vom Rheinbacher OBI-Markt gespendet bekommen hatte. All das hatte ich auf meine beiden Koffern aufgeteilt. Man hört ja oft genug, dass mal der ein oder andere Koffer verloren geht. Dieses Aufteilen sollte man auch mit der eigenen Wäsche machen. Zahnbürste und -Pasta aber bitte immer im Handgepäck!


Unser treuer und zuverlässiger Koordinator vor Ort, Aimé Dogo, holte die mit mir aus Stuttgart angereiste Uschi (Patenschafts-Beauftragte von Togo-Hilfe e.V.) und mich ab. Da jeder von uns 2 Koffer + Handgepäck mit hatte, passte dies nicht alles in seinen kleinen „Brilli“ (so nennen wir unseren ehemaligen kleinen „Opel Corsa“, damals mit vielen „Brillen“ beklebt, den wir Firmenichs per Schiff nach Togo gebracht und Aimé geschenkt hatten). Aimé hatte eine Art Taxi vom „Seemannsheim“ aus
engagiert, wo wir übernachteten. Wir stellten die Uhr um 1 Stunde zurück, es war dann in Lomé 20.15 Uhr.

Donnerstag, den 21.11.16.
Meinen ersten Tag habe ich so geplant, dass ich noch nicht voll arbeiten musste. Der Klimawechsel ist schon erheblich! Zuerst versuchte ich einen meiner ältesten Bekannten, ich kann ihn fast schon als „Freund“ bezeichnen telefonisch zu erreichen. Aimé hat mir wie jedes Jahr meinen „Togo-Chip“ für's Telefon mitgebracht und ich mein uraltes Nokia Handy. Das waren noch Akkus damals! Es ist der Chef von „Alba Travel“, dem größten Reiseunternehmen Togos, ja vielleicht ganz Westafrikas?!
Raoul hat mir schon im Jahr 2000 geholfen, als ich damals mit meinen zwei Freunden Jörgen und Alfred aus Ghana flüchten musste. Beim 3. Versuch hat es endlich geklappt. Er lud mich ein zum „Nouveau Beaujolais“ in dem wohl besten Hotel, im „Sarakawa“ ein. Ein Relikt aus der franz. Kolonialzeit. Jedes Jahr um diese Zeit wird dort der neue Beaujolais- Wein „gefeiert“. In der Vergangenheit hatte ich mehrfach die Einladung von Raoul, 2x war ich auch dabei, ganz zu Anfangs. Da hatte ich auch noch immer ein Jacket mit. Nun, so etwas ist für mich schon sehr „speziell“. Schön, so etwas an der Ahr in meiner Umgebung und mit Ahrwein zu erleben, aber in Togo??? Nun, Raoul selbst konnte an dem Abend nicht und ich hatte auch meine „Termine“. Ich habe ihn gebeten, doch wegen des Hotels in Kumasi/Ghana nochmals nachzuhaken. Dir mir in Deutschland angebotene/versprochene Hilfestellung eines Vereins, der
dort tätig ist, war Fehlanzeige! Leider wurden wir in Stich gelassen, so dass ich nun sehr schnell handeln musste. Ohne eine Hotel- Vorreservierung mit einer Gruppe von 8 Personen (5 Weiße und 3 Schwarze) in einem Hotel in Afrika übernachten zu wollen, ist mehr als unverantwortlich! Wir haben uns für den Abend verabredet, doch leider konnte Raoul nicht kommen. Gut dass ich einen Telefonchip von Togo habe, so konnten wir uns telefonisch austauschen.

Es folgten Koordinationsgespräche und Besprechung der Tour mit unserem Koordinator vor Ort, Aimé Dogo, entspannt im „Foyer des Marins“ = „Seemannsheim“ durchgeführt. Seit ewigen Zeiten ein von der „Bremer Mission“ geführtes Haus, ursprünglich gedacht für Seeleute, die abwarten/übernachten mussten, bis die Ladung gelöscht ist und auch mal „an Land“ was erleben bzw. übernachten wollten. Aimé brachte mir auch meine drei Koffer mit, die er seit meinem letzten Besuch 2015 für mich aufgehoben hat. In einem Koffer sind meine privaten Dinge enthalten wie: Weltstecker, Taschenlampe, meine 3 trad. togoischen Kurzarm- Hemden, die Aimés Frau (Sie ist Näherin) mir geschenkt hat und sehr bequem sind, Steckerleiste, Schweizer Messer, Stilett, Fliegenpatsche (sehr wichtig ), Moskitonetz, u.v.m. In den beiden weiteren Koffern sind meine Utensilien für die Augenprüfungen enthalten. Es sind 3 kleine
Koffer mit Refraktions- Gläsern, wobei zwei identisch sind, ein altes, nicht mehr so sehr funktionstüchtiges Pupillometer, PD- Mess-Stäbe, 3 verschiedene Sehprobentafeln, den selbstgebastelten „Snellchen Haken“, Microfaser-Tücher, Kreuzzylinder +/- 0,25 und 0,50 Dpt, zwei Messbrillen, sehr viele nagelneue (aus der aktuellen Kollektion) Brillenfassungen

(hauptsächlich von „Rodenstock“ gespendet), Auftragstüten u.v.m.

Freitag, den 18.11.16
Um 07.40 Uhr bekam ich eine SMS von Aimé, dass mich „in Kürze“ Pater Prosper Jean Agbagnon sehen wollte. Ich wusste, er ist in Togo. Pater Jean, gehörig zum Orden der Styler Missionare, habe ich vor über einem Jahr im Kloster der Styler in St. Augustin besucht, zusammen mit unserem Bürgermeister und Gründungsmitglied von „Togo-Hilfe e.V.“ Stefan Raetz (er war bei der jetzigen Tour schon das 5.Mal mit in Togo). Pater Jean war auch am 3. Advents-Sonntag beim Weihnachtsmarkt 2015
in Rheinbach mit dabei. Ein sehr liebenswürdiger hilfsbereiter Mensch, der in St. Augustin promoviert hat und wohl auch schon „verteidigt“ hat. Und wie der Zufall es so will, stammt er aus dem Ort, in dem unser Koordinator Aimé Dogo wohnt, nämlich in Legbassito-Madjiktom. Er hatte schon sehr früh von unserem Engagement dort erfahren. Wir haben u.a. dort aus Spendengelder ein Schulgebäude, einen Kindergarten und einen Brunnen finanziert.
 
Nun war er da, um 07.45 Uhr, 5 Minuten nach der SMS. Ich hatte gerade meinen leckeren Fruit-Frühstücksteller vor mir. Hmmm Papaya, Mango, Bananen, Vitamine pur. Da lasse ich gerne das franz. Pan, was gummiartig ist, für stehen. Obwohl, mit meinem mitgebrachten Grafschafter Rübenkraut und guter Butter schmeckt auch dies gut.
Ich wollte zwar um 08.00 Uhr los fahren, es wurde jedoch 08.20 Uhr, ehe wir nach Madjikpeto zur Grundschule für die Augenprüfungen los fuhren. Ganz wichtig: Genügend Mineralwasser ( natürlich ohne Gas ) und einem Snack aus der Morgenküche des Seemannsheims. Man weiß ja nie, was kommt?! Nach knapp einer Stunde Fahrt Richtung NNO, ca. 30 km (!) über teilweise abenteuerliche „Gruben-Piste“, wurden wir von hunderten sich freuenden und kreischenden Kindern begrüßt. Ich habe dies alles mit meiner Video-Kamera festgehalten. Es ist immer wieder ergreifend.
Ich begann meine Utensilien auszubreiten. Das Kindergeschrei hörte nicht auf.

 

Ohhhh in einer solchen Umgebung die Befragungen zu machen, nicht einfach. Dabei diese Hitze! 33 – 35° und Luftfeuchtigkeit ca. 90%! Den 6m Abstand vom Stuhl des Probanden zur Sehprobentafel abgeschritten und los ging es mit dem ersten „Kunden“. Die Lehrer der Schule waren im Vorfeld gebrieft, die Kinder zu screenen, d.h. jeweils mit einem abgedeckten Auge die von Aimé mitgebrachte Sehprobentafel
zu lesen. Je nachdem wie weit das Kind kam, wurde es „aktenkundig“ und mir zur weiteren Prüfung überlassen. Abenteuer pur, wie immer! Mir nicht unbekannt, aber dennoch immer wieder ein neues spannendes Erlebnis. Vorab die Herausforderungen für diejenigen, die so etwas nicht kennen (auch für meine Kollegen): Ohne Strom und meinen zig-Tausend €- teuren High-Tec- Geräten war ich jetzt gefordert!

Die Kinder in Togo sind so erzogen, dass sie den Erwachsenen nicht in die Augen sehen dürfen! Sie sind in Gegenwart von Erwachsenen sehr zurückhaltend, ja eingeschüchtert, antworten bei der subjektiven Refraktion (Sehtest durch Befragung) sehr zögerlich und sehr leise.
Für die objektive Refraktion ist die Benutzung eines Skiaskops bei diesen großen schwarzen Kinderaugen kaum möglich. Bei den Erwachsenen sieht man sehr häufig schon in frühen Jahre Ansätze des Cataracts. Leider ist mein gutes alte AOC-Skiaskop nach 9 Jahren unbrauchbar geworden.
Ohhh wie hatte ich die Skiaskopie im Studium und danach geliebt. Die Akkus hatte ich bereits 2x ersetzt, bei diesem Klima hier auch total normal! Leider war jetzt auch wohl durch Transport/ Erschütterungen die Optik unbrauchbar geworden. Der Beginn war toll. Es lief richtig gut. Die Schüler/innern, alle leicht bis mittel Kurzsichtig, teilweise mit Astigmatismus und sehr gut auf meine Befragung eingehend. Doch, hierbei ist die Fragemethode, wie hier bei uns auch, sehr wichtig. Meiner Erfahrung nach darf man hier jedoch nicht in Richtung Myopie „besser“ bzw. Hyperopie „schlechter“ fragen, wie wir es im Studium lernen, nein, man muss mit „1 oder 2“ fragen! Meine Profs. können dies heute nicht mehr lesen, da sie nicht mehr leben, aber für die Aktuellen ist das sicher auch sehr interessant. Wer hierzu i.S. „Warum“ mehr wissen will, soll sich melden. Auch das hat was mit der Psyche der Kinder zu tun! Sie akkommodieren wie der Teufel und können einen, wenn man nicht aufpasst, ganz schön in die Myopie schicken. Nun genug der Fachsimpelei.

 

 

Augenprüfung durch die Togo-Hilfe e.V. - Wartende Kinder in Togo

 

Nach den wirklich „Schönen“, kamen nun viele sogen. knackige Fälle. Hier stellte sich dann auch heraus, welcher Lehrer ein gutes Screening gemacht hatte und welcher nicht. Und dabei diese Hitze. Jeder schwitzte, die Schüler/innen, die Lehrer, Aimé, Uschi als meine Assistentin und auch ich! In der Mittagspause lud Aimé uns zu sich nach Haue ein. Seine Frau Francoise und seine beiden kleinen aufmerksamen Hunde Mukata und Mossad empfingen uns sehr freundlich bellend. Francoise servierte uns leckeren kalten Früchte-Trunk. Ein Mixt aus Ananas, Papaya, Mango. Beide erleben derzeit ein Drama. Viele Jahre haben Aimé und seine fleißige Frau Francoise gespart ( sie hat mit einer Freundin und Kollegin ein kleines Nähstudio im Ort ), einen Kredit aufgenommen, sich ein Grundstück in einer für sie noch zu bezahlenden Gegend gekauft ( Madjikpeto ) und angefangen ein Haus zu bauen. Nachdem der Rohbau, Brunnen, Türen und Fenster fertig waren und sie eingezogen sind, kam eine Regierungs- Kommission in das Dorf und machte ein großes weißes Kreuz auf viele Häuser in dieser Region. Aimé schönes neues fast fertiges Haus wurde auch markiert. Das erinnerte mich an meinen Geschichtsunterricht. Unter Hitler wurden auch in Deutschland Häuser ähnlich gezeichnet, in denen allerdings Juden wohnten. Nun, hier  war es anders. Alle Häuser und Mauern mit einem weißen Kreuz werden seitens der Regierungsbehörde abgerissen für eine breite Trasse, eine Art Autobahn, die von Ost nach West bzw. umgekehrt geht, d.h. von Benin durch Togo und weiter nach Ghana. Das ist ein Projekt der West-

afrikanischen Wirtschafts- gemeinschaft (ECOWAS), von der Togo ein Mitglied ist. Eine chinesische Baufirma, deren Namen ich nicht kenne, hat vom togoischen Staat den Auftrag für den Bau bekommen. Eine Entschädigung, so heißt es, wird max. 50% des geschätzten Wertes betragen, denn „der betroffene Togoer soll auch etwas für das Wohl seines Landes beitragen“! Irre, oder?  Ob überhaupt eine Entschädigung erfolgt, steht auch noch aus! In einer wirklichen Demokraktie sieht das anders aus! Verständnis für das Unverständnis von den Betroffenen!
Nach der kurzen aber wichtigen Ruhepause ging es weiter.

 

 

Ergebnis war um 17.20 Uhr: 27 neue Brillen für Kinder. Hierbei gibt es zwei Kategorien. Kinder, die ihre Brille in der Schule lassen sollen, weil sie sie zum Spielen nicht benötigen, sondern nur in der Schule benutzen sollen und diejenigen, die eine höhere Fehlsichtigkeit haben und die Brille ständig tragen sollen. Ich stelle mir immer wieder die Frage, was ist besser? Kunststoff- oder mineralsiche Gläser? Die Kunststoffgläser verkratzen halt doch schneller, obwohl Super-Entspiegelt und gehärtet. In der Harmattan-Zeit (Sahara-Sand) ist dies ganz besonders schlimm. Jedoch, die Sicherheit geht vor! Verletzungen durch „Glas“- Gläser kann ich nicht verantworten. Die Kinder benötigen bedingt durch das Wachstum eh meist jährlich neue Brillengläser.

 

Hinzu kommen noch 14 neue Brillen für die Lehrer. Diese bekommen mineralische Brillengläser. Einige hätten gerne Gleitsichtbrillen von mir, was sicher auch oft sinnvoll gewesen wäre. Diese kann ich jedoch bei den technischen Bedingungen leider nicht anpassen/vermessen.
Die ursprüngliche Liste der zu Prüfenden wurde nun aktualisiert. Zur Nachhaltigkeit meines Aufwandes gehört, dass ich mir im nächsten Jahr die Empfänger der Brillen wieder kommen lasse und mir anschaue, was Stand der Dinge ist. Hierbei hilft uns dann diese Liste/Dokumentation.
Um 17.35 Uhr (geplant hatte ich 17.00 Uhr) wurden wir von Aimé und seinem Brilli dann wieder zum Seemannsheim nach Lomé gefahren. Mein Prinzip in Togo ist, möglichst immer vor der Dunkelheit im Hotel zu sein. Die Dämmerung beginnt um 17.30 Uhr, um 18.00 Uhr ist es bereits absolut dunkel. Das geht also sehr schnell, weil Äquator- Nähe. Die Straßenverhältnisse sind einfach oft so schlecht, dass es wirklich gefährlich ist, bei Dunkelheit die Pisten mit diesen riesigen „Bergen und Tälern“ zu befahren. Manchmal tun sich auch große Löcher auf, einfach so, mitten in der Straße! Nun, ich wußte, dass wir die letzten 30 Minuten die neue wirklich gute 4-spurig asphaltierte Umgehungsstraße von Lomé nutzen konnten, darum sah ich das jetzt etwas locker.


Um 18.30 Uhr im „Seemannsheim“ angekommen, setzten wir uns noch an den Pool und ließen den Tag Revue passieren. Aimé fuhr dann um 19.30 Uhr wieder einmal zum Flughafen, gemeinsam mit „seinem“ Taxifahrer, der auch zwei Tage zuvor Uschi und mich mit abgeholt hat, um Silvia und Klaus abzuholen. Sie kamen dann um 21.50 Uhr im Hotel an. Es war schön, beide wieder zu sehen, Freunde, die so viel für unsere gemeinsame Sache tun.


Hiermit endet mein Bericht.

Die Nachfolgenden Tage unserer Reise wurden ja bereits von Silvia und Stefan bereits eindrucksvoll beschrieben.


Zum guten Schluss ist es mir wichtig, Danke zu sagen! Danke an die Mitreisenden Uschi, Silvia, Klaus und Stefan für diese wunderschöne und harmonische Tour, meinem Freund und zuverlässigen Koordinator in Togo, Aimé Dogo und seiner lieben Frau Francoise, ohne die unser Engagement mit unseren anspruchsvollen Zielen nicht möglich wäre, Seli, die sich vor Ort sehr intensiv und mind. 1x im Quartal um unsere Patenkinder kümmert, auch wenn sie weit ab im Busch wohnen und an all diejenigen, die immer wieder Togo-Hilfe e.V. unterstützen, sei es finanziell, durch Sachspenden oder durch „Hand- und Spanndienste“.

 

Ich freue mich auf 2017, auf die weiteren Projekte und auf die Tour 2017, bei der wir sehr intensiv alle bisherigen Projekte in Augenschein nehmen werden.


Eine schöne Vorweihnachtszeit an alle
Michael F. Firmenich, Vorsitzender von Togo-Hilfe e.V.