Togoreise 2017 - Tag 2

Samstag, den 18.11.2017
Am Samstagmorgen frühstücken wir im Seemannsheim mit den Studenten von "L’Allemand par la Radio". Das ist eine Radiosendung, die von Studenten und Absolventen der Deutschfakultät der Uni Lomé veranstaltet wird. In dieser Sendung gibt es verschiedene Rubriken, wie z.B. die Rubrik „Deutsch für Anfänger“ oder „Reden wir anders“, wo es z.B. um deutsche Sprichwörter und Redewendungen geht. Im Moment pausiert die Sendung, weil nicht genügend Geld da ist, um die Sendezeit zu bezahlen und aktuell werden Sponsoren gesucht.

Die Togo-Hilfe e.V. würde monatlich eine Ausstrahlung der Sendung finanzieren. Die Studenten werden aufgefordert, das mit dem Sender zu klären. Kommende Woche, wenn wir wieder in Lomé sind, bekommen wir Info, ob das klappen kann.

 

Am Nachmittag kommen unsere Studenten-Patenschaften und einige Patenkinder ins Seemannsheim. Da es heute wieder mal zu Demonstrationen in der Stadt kommt, ist es für uns nicht ratsam, die Unterkunft zu verlassen.
Einige Patenkinder kommen verspätet zum Termin. Elolo gehört dazu. Er wohnt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in einer Wellblechhütte in slumähnlichen Verhältnissen. Wir haben die Familie immer wieder zuhause besucht. Wo Elolo wohnt, stehen mehrere Wellblechhütten eng zusammen und bilden einen kleinen Innenhof. Dort wohnen mehrere Familien. Das Wasser holen die Frauen in großen Schüsseln auf dem Kopf von einer Pumpe ein paar Straßen weiter. Für das Wasser müssen sie bezahlen. Heute bekommt Elolo ein Geschenk von seinem Paten aus Deutschland. Er wird dazu einen Brief schreiben, um sich zu bedanken.

 

Die evangelische Kirchengemeinde in Esslingen Wäldenbronn unterstützt ein Berufsausbildungszentrum für Handwerksberufe in Kpalimé. Der Leiter der Kirchengemeinde möchte das Ausbildungszentrum mit einem Beamer unterstützen. Diesen werden wir in Lomé kaufen. Eines unserer Patenkinder, das Informatik studiert und Software-Entwickler werden möchte, hat ein Geschäft ausgesucht, wo ein geeignetes Gerät zu einem vernünftigen Preis zu bekommen ist. Wir vereinbaren einen Termin für kommenden Montag und sind gespannt, ob es uns gelingen wird, das Gerät funktionsfähig nach Kpalimé zu bekommen.

 

Eines der Patenkinder hat bereits mit 16 sein Abitur gemacht. Für Togo ist das außergewöhnlich. Auch  Michael, der nun zum 20. Mal (!) in Togo ist, findet das überaus bemerkenswert. Ferdinand möchte nach dem Abitur BWL studieren und hat sich an der Universität in Lomé eingeschrieben. Im ersten Semester beginnt er nun mit 6.000 anderen Studenten im Studiengang BWL. Ob er wohl jemals einen Sitzplatz im Hörsaal bekommen wird? Denn die Strategie, früher zu kommen, verfolgen viele Studenten. Wir werden darüber nachdenken und diskutieren, welche Alternativen es gibt, einem so begabten Jungen zu einem sinnvollen Studium zu verhelfen.

Gruß
Klaus