Togoreise 2017 - Tag 6

Mittwoch, den 22.11.2017
Im AGERTO Kpalimé führen wir am Vormittag Patenschaftsgespräche. Zuvor übergeben wir den Beamer unter großem Beifall in Messan’s Büro mit der Information, dass dieser vom ehemaligen Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Esslingen-Wäldenbronn Romeo Edel bezahlt wurde. Samson und Klaus testen gemeinsam und der Beamer wird funktionstüchtig übergeben. Außerdem werden noch einige EDV-Materialien, wie Cmos-Batterien, USB-Sticks, Powerbanks und Handies übergeben.

Übergabe des Beamers im Ausbildungszentrum AGERTO
Übergabe des Beamers im Ausbildungszentrum AGERTO

Für vier Lehrlinge dort gibt es eine Patenschaft von Togo-Hilfe bei AGERTO. Eine davon ist Lydia. Lydia ist Taubstumm. Sie hat weder lesen noch schreiben gelernt. Ungefähr ein Jahr war sie auf der Taubstummenschule in Kpalimé. Dort hat sie die Gebärdensprache erlernt.
Lydia hat zwei Kinder. Die Kinder sind zwei und fünf Jahre alt. Sie heißen Felix und Savana und leben bei der Großmutter. Die Väter der Kinder kennt sie nicht. Lydia entpuppt sich als die Schwester eines früheren Patenkindes von Togo-Hilfe. Wir haben sie selten bei der Familie gesehen, da sie als Kind sehr scheu war und meist in den Busch abgehauen ist, wenn wir kamen. Sie konnte nur unklare Laute von sich geben. Als Kind wurde sie aufgrund einer Krankheit taubstumm. Als der Schuldirektor in Gebärdensprache fragt, ob ihr die Ausbildung gefällt, strahlt sie über das ganze Gesicht.

Patenschaftgespräche mit der taubstummen Lydia
Patenschaftgespräche mit der taubstummen Lydia

Außerdem sponsert Togo-Hilfe eine Taubstummen-Lehrerin. Ohne die Taubstummen-Lehrerin wäre es nicht möglich, dass die Taubstumme Auszubildende Lydia hier ihre Ausbildung zur Schneiderin machen kann.
Die Taubstummen-Lehrerin lernen wir ebenfalls kennen. Der Direktor der Taubstummen-Schule hilft beim Übersetzen. Das heißt wir sprechen deutsch – Aimé übersetzt in französisch und der Schuldirektor übersetzt in die Gebärdensprache. Für die Gespräche sitzen wir unter einem Baum zwischen den Ausbildungswerkstätten auf dem Gelände von AGERTO. Das Patenkind Christine hat seine Ausbildung beendet und muss nun auf eigenen Füßen stehen. Damit sie sich selbständig machen kann, fehlt noch eine Nähmaschine. Die kostet und Togo 75.000 CFA, das sind ungefähr 115 Euro.
Die Nähmaschine bekommt sie nun von Togo-Hilfe gespendet.
Am Nachmittag gehen wir für den Weihnachtsmarkt Einkaufen. Vor einigen Jahren haben wir in Kpalimé ein Geschäft mit Werkstatt an der Straße gefunden, dessen Betreiber – vermutlich aufgrund eines Schlaganfalls halbseitig gelähmt ist. Er kennt uns schon und weiß, dass wir mit dem Gewinn vom Verkauf seiner Sachen in Togo soziale Projekte machen. Wenn wir mit Aimé dort hinkommen, macht er uns so gute Preise, dass wir die kleinen Schnitzereien auf dem Weihnachtsmarkt in Rheinbach verkaufen können.

 

Besuch der Schule Nachtigal in Kpalimé
Besuch der Schule Nachtigal in Kpalimé

Am Abend besuchen wir Thomas. Er hat uns zum Kaffee eingeladen. Den Kaffee mischt er mit Kakao. Die Mischung stellt er selbst her. Thomas arbeitet bei der GIZ. Früher hat er mal vorrübergehend bei AGERTO gearbeitet. Am Abend gehen wir in das Restaurant Akwaaba Marquis.
Akwaaba bedeutet willkommen und ist ein Wort aus der Twi-Sprache der Ashanti in Ghana. Silvia wollte gerne mal wieder richtig gute Erdnuss-Soße Essen. Klaus und Uschi essen süßen Crêpes, Michael isst am Abend meist nichts und Aimé und Silvia essen Reis mit Hühnchen und Erdnuss-Soße – sehr lecker – die togoische Küche gilt als eine der besten in Westafrika. Die einheimischen Gerichte sind zwar häufig scharf gewürzt, aber sehr schmackhaft.

Gruß
Silvia und Klaus