Togoreise - Tag 10

Sonntag, den 26.11.

 

Heute kehren wir von Atakpamé nach Lomé zurück. Unterwegs wird der Unterschied zwischen dem Leben in einer einfachen Stadt im Hinterland, wie Atakpamé und dem Leben in der Hauptstadt Lomé deutlich. Der Großteil der Bevölkerung in Atakpamé lebt in sehr armseligen Verhältnissen.

 

Selbst der Kantonschef von Odou, der in Atakpamé in einem der drei Wohnviertel so etwas wie ein lokaler König darstellt, wohnt in ärmlichsten Verhältnissen. Viele Behausungen in Atakpamé sind baufällige, einstöckige, halb verfallene Lehmhütten mit Wellblechdächern. Atakpamé liegt ungefähr 500m hoch. In alter Zeit kreuzten sich hier die Kola-Handelsroute (Handelsroute für Kola-Nüsse) und die Salzhandelsroute. Die Straße nach Lomé führt direkt in Richtung Süden. Salz wurde früher mit Handelskarawanen von den Berbern aus dem Norden entlang dieser Route in den Süden gebracht. Unterwegs kaufen wir Früchte am Straßenrand. Immer wieder passieren wir lokale Zollstationen und Polizeiposten. Wird z.B. Baumaterial wie Holz von einem Gebiet in ein anderes innerhalb Togo’s transportiert, so ist das zu verzollen.

 

Natürlich fällt das auf, wenn ein Bus mit Jovo’s (Weißen) durch die Dörfer fährt. Und überall hören wir immer wieder die Rufe der Kinder „Jovo jovo bonsoir“.

Besuch beim Dorfchef in Madjikpeto
Besuch beim Dorfchef in Madjikpeto

Auf dem Weg nach Lomé fahren wir in Madjikpeto vorbei. Wir wollen eigentlich Aimé und Franoise zuhause besuchen. Natürlich können wir nicht als einen „Bus voller Jovos“ in Madjikpeto Einzug halten, ohne dass wir vorher dem Dorfchef unsere Aufwartung machen. Das gehört sich in Togo so. Er bekommt den Togo-Hilfe Kalender 2018 von uns. In seinem Pavillion, wo er Gäste empfängt, hängen alle Togo-Hilfe Kalender seit 2013. Anschließend fahren wir zu Aimés Haus. Das Haus muß abgerissen werden, weil hier eine Straße gebaut wird. In den letzten Tagen hat es hier täglich stark geregnet. Francoise hat trotzdem eingewilligt, uns zu empfangen. Beim Betreten des Hauses zieht man hier erst mal die Schuhe aus. Dann wäscht man sich die Hände. Dazu steht auf der Veranda eine Schüssel mit Seifenwasser, eine Schüssel mit klarem Wasser und daneben hängt ein sauberes Handtuch. Alles ist sehr reinlich und penibel sauber gehalten. Für uns Europäer ist das immer wieder faszinierend, wie die Gegensätze sind. Am Straßenrand liegt in vielen Orten sehr viel Unrat.

 

Die Höfe zwischen den Häusern und die Häuser selbst können noch so verfallen sein, wenn wir zu Besuch kommen, ist alles penibelst gefegt und gereinigt. Francoise bewirtet uns mit leckerem gekühltem Ananas-Saft und wir können ein paar Momente von der anstrengenden, staubigen Fahrt ausruhen. Aimé und Francoise haben junge Hunde. Die wuseln überall herum und sehen sehr süß aus.

Verspielte junge Hunde bei Francoise und Aime
Verspielte junge Hunde bei Francoise und Aime

Am frühen Nachmittag kommen wir in Lomé im Seemannsheim an. Das Schwimmbad ist voll bevölkert. Ein Schwimmlehrer gibt Unterricht.

 

Endlich können wir mal ein bisschen relaxen. Am frühen Abend kommt eines unserer Patenkinder. Reine bringt Quittungen von Schulbüchern. Sie hat Geld von Togo-Hilfe bekommen, für ihre Geschwister Mathe- und Physik-Bücher zu kaufen. Am Abend essen wir im Restaurant Alt-München nebenan.