Togoreise 2017 - Tag 4

Montag, den 20.11.2017
Heute geht es früh aus den Federn. Wir haben volles Programm. Zunächst müssen zeitig alle Koffer beim Bus sein. Dann gibt es ein letztes Mal Frühstück im Seemannsheim und es geht los in Richtung Kpalimé zusammen mit unserem Fahrer Salifou, unserem Hauptkoordinator Aimé und unserer Patenschaftsbetreuerin Seli. Zuerst wollen wir den Beamer kaufen. Dazu treffen wir unser Patenkind Nelson an einer Tankstelle in der Nähe des Geschäfts. Nelson macht eine Ausbildung im Bereich Informatik und hat für uns vorab Angebote zu verschiedenen Beamer-Modellen organisiert.
Straßennamen sind noch neu und wenig verbreitet in Togo, ebenso wie Hausnummern. Viele Togoer orientieren sich an markanten Punkten, wie Tankstellen oder Kreuzungen der Hauptverkehrsadern. Nur diese sind in Lomé geteert, sobald es links oder rechts in ein Stadtviertel hinein geht, verläßt man die Teerstraße. In manchen Stadtvierteln von Lomé sind die nicht befestigten Strassen so vom Regen ausgeschwemmt, dass sie manchmal für PkW’s unpassierbar werden. Mit dem Mofataxi kommt man aber immer durch und das Stadtbild von Lomé ist daher von unzähligen Mofas geprägt. Zusammen mit Nelson gehen wir zum Geschäft für den Beamerkauf.  Der Verkäufer hat zunächst etwas unklare Vorstellungen zum vereinbarten Verkaufspreis, erklärt sich dann jedoch bereit, den Beamer zum mit Nelson vorab vereinbarten Preis zu verkaufen. Im Geschäft, das eigentlich nur Platz für einen Käufer bietet, testen wir das Gerät und finden es funktionstüchtig. Nun gilt es, das Gerät bei all den Verkehrswidrigkeiten, wie unbefestigte Straßen und enorme Schlaglöcher heil zum Bestimmungsort zu bringen.

 Centre Omnitherapeutique Africain
Centre Omnitherapeutique Africain


Danach geht es weiter zum COA – Centre Pmnitherapeutique Africain (www.coa-ag.com). Dort wird die traditionelle Medizin mit der modernen Medizin zusammen gebracht und im Rahmen dieser Verbindung geforscht.
Ziel ist es, für die einheimische Bevölkerung bezahlbare Medikamente zu entwickeln.
Eines unserer Patenkinder leidet an Sichelzellenanämie. In Westafrika ist diese Blutkrankheit ziemlich verbreitet. Im COA wurde ein Medikament entwickelt, die Symptome zu lindern.


Als wir gegen Mittag in Kpalimé ankommen, können wir im Hotel Le Geyser kurz etwas Mittagessen. Da wir von unterwegs aus telefonisch vorbestellen, können wir im Zeitplan essen. Danach müssen wir noch zwei Patenkinder besuchen.  Nach dem Essen schaue ich mir die Auslagen im Hotel Le Geyser an. Dort verkaufen sie tatsächlich Badeanzüge. Meiner ist im nicht angekommenen Koffer. Ich kauf mir einen, der gerade so passt – für 5.000 CFA – das sind 7,63 Euro – das ist der preiswerteste Badeanzug den ich je hatte – naja, er riecht ein wenig mufflig. Wir erfahren, dass unser Patenkind Anita eine Prüfung hat, die länger dauern wird. So bitten wir darum, dass sie später ins Hotel kommt, da wir nach
17:00 Uhr nicht mehr zu ihr in den Busch rausgehen wollen.

Pentkind Juli mit Familie
Pentkind Juli mit Familie

Wir besuchen dann erstmal unser Patenkind Juli, die derzeit wieder eine Krise mit der Sichelzellenanämie durchmacht. Mit der Schule hat sie momentan Probleme und während ihrer Krise kann sie die Schule nicht besuchen. Aktuell hat sie zusätzlich eine Infektion bekommen und war deshalb im Krankenhaus.
Als Anita ins Hotel kommt, ist es bereits dunkel. Sie muss die Klasse wiederholen. Ihre Prüfung heute hat sie im Fach ecm (Ethik und Moral) geschrieben. Fragen wie „was ist ein Rechtsstaat“ oder „was ist die Verfassung“ sind schwierig für sie zu beantworten. Schulbücher hat sie keine. Sie geht in die neunte Klasse. Wir haben da etwas andere Vorstellungen. Sie lebt bei ihrer Tante Mariama. Die Tante muß ihr die Schulbücher kaufen und die Quittungen vorbei bringen. Das Geld dafür bekommt sie von uns.
Am Abend gehen wir Pizza Essen im Restaurant chez fermier in Kpalimé.
Als wir die Pizza bekommen, erfahren wir per Mail auf Aimés Handy, dass unser Koffer, der bei der Ankunft in Togo nicht mit uns ankam, bis 23:00 Uhr heute am Flughafen abgeholt werden kann. D.h. ich kriege vielleicht in absehbarer Zeit meine Haarbürste wieder– das wäre wirklich klasse.

Gruß Silvia & Klaus