Togoreise - Tag 11

Montag, den 27.11.

 

Am Vormittag gehen wir zum Centre Artisanal, um kleine Schnitzereien und Näharbeiten für den Rheinbacher Weihnachtsmarkt einzukaufen. Im Centre Artisanal in Lomé bekommen wir viel bessere Preise, als z.B. auf dem Markt in Atakpamé. Z.B. einen Schlüsselanhänger mit einer kleinen handgeschnitzten Figur erhalten wir hier für 250 CFA. In Atakpamé wollte der Händler 1.000,- CFA und die Schlüsselringe waren bereits angerostet – das hätten wir auf dem Weihnachtsmarkt zuhause nicht verkaufen können.

 

 

Viele der Schnitzer im Centre Artisanal sprechen nur ein wenig Englisch und Ewe, manche können einige Worte französisch. Die meisten kommen aus Ghana. Einer der Händler verkauft Musikinstrumente, dazu auch die „sprechenden Glocken“, die in einem bestimmten Rhythmus mit einem Stöckchen geschlagen werden. Er zeigt uns, wie die verschiedenen Instrumente gespielt werden und wir machen gemeinsam Musik. Auf diese Weise ziehen wir von Stand zu Stand. Um gute Preise zu verhandeln benötigt man viel Zeit. Neben Schnitzern, Näherinnen, Töpfer, Maler, Juwelieren, Instrumenten-Herstellern gibt es auch lederverarbeitende Betriebe wie Täschner und Schuster. Erst gegen Mittag verlassen wir das Kunsthandwerkszentrum wieder.

Beim Einkauf im Centre Artisanal in Lomé
Beim Einkauf im Centre Artisanal in Lomé

Nach dem Mittagessen besuchen wir das Museum der afrikanischen Kunst, das am Boulevard Mono nicht weit weg vom Seemannsheim liegt. Die Empfehlung hatten wir in einem Reiseführer über Togo gefunden. Die Sammlung wurde vor vielen Jahren von einem Schweizer angelegt, einem Herrn David, der sie aber aus Altersgründen in 2010 an einen Chinesen verkauft hat. Dieser Herr ist der Vorsitzende der Chinesischen Gemeinschaft in Lomé. Die Sammlung umfasst viele Figuren aus den vergangenen Jahrhunderten, hauptsächlich aus verschiedenen westafrikanischen Kulturen. Darunter sind bemerkenswerte, sehr alte Metall-Arbeiten der Mossi aus Burina Faso. Sehr interessant sind auch die Holzarbeiten aus sehr vielen verschiedenen, teilweise alten Kulturen in Nigeria. Aus Togo sind nur wenige Stücke zu bewundern, diese sind wohl schwierig zu bekommen. Einige zeitgenössische Stücke der Recycling Kunst runden die sehr interessante Ausstellung ab.

Skulpturen im "museum d'art africain" in Lomé
Skulpturen im "museum d'art africain" in Lomé

Nach dem Museum gehen wir auf den Grand Marchée. Wir wollen eine neue Tasche für Michael suchen. Leider ist es schwierig, sich als Weißer dort unter die Leute zu mischen und in Ruhe etwas auszusuchen. Überall wird man sofort von den Händlern umringt, die versuchen, einem irgend- welche Sachen aufzudrängen, die wir gar nicht haben wollen. Sieht man mal ein interessantes Stück, machen sie Preise, die einfach nicht passen. So bietet man uns einen Schlüsselanhänger für 1.500 CFA an – den gleichen hatten wir am Vormittag für 250 CFA gekauft. Als wir handeln wollen, gibt man sich hartnäckig. Die Preise hier auf dem Grand Marché sind völlig überteuert. Wir geben auf – die meisten Sachen haben wir ja bereits eingekauft.