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Online einkaufen und dabei die Togo-Hilfe unterstützen

die Internet-Plattform www.gooding.de ermöglicht es jedem, unseren Verein durch seine Online-Einkäufe zu unterstützen – ganz ohne Mehrkosten.


Angeschlossen sind mehr als 1.500 Online-Shops wie ebay, Expedia, Otto oder die Bahn. Bei jedem Einkauf erhält unser Verein eine Prämie, im Durchschnitt ca. 5% des Einkaufswertes. Sie selbst bezahlen dabei nicht mehr, die Prämie wird durch die Unternehmen gezahlt. Gooding selbst finanziert sich durch einen freiwilligen Anteil der Prämie.

Man muss sich als Nutzer nicht registrieren und keine Daten über sich preisgeben. Daher würden wir uns freuen, wenn Sie Ihre Online Einkäufe über Gooding machen und die Togo-Hilfe e.V. dabei auswählen!

So funktioniert die Unterstützung über Gooding

  1. Sie besuchen vor Ihrem nächsten Einkauf die Seite Gooding.de und entscheiden sich für einen von über 1.500 Online-Shops.
  2. Im Anschluss wählen Sie unseren Verein aus.
  3. Jetzt beginnen Sie ganz normal mit Ihrem Einkauf. Die Einkäufe kosten dadurch keinen Cent mehr. Eine Registrierung ist nicht erforderlich.
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Jazzfrühschoppen im Himmeroder Hof

Liebe Mitglieder & Freunde,
am kommenden Sonntag, den 02. Juli spielen ab 11 Uhr die "Hot Jazz Boys" richtig schönen Dixieland!

Das "Togo-Team" ( Schülerinnen und Schüller des Städt. Gymnasiums Rheinbach ) werden dann auch wieder Laugen- und Käsestangen zugunsten von Togo-Hilfe e.V. verkaufen.

Es wäre schön, wenn möglichst viele Mitglieder aus der Region Zeit haben und in den Himmeroder Hof nach Rheinbach kommen.
Ich freue mich auf Euch.

Beste Grüße
Michael

Ein weiterer Jazz- Frühschoppen ist am Sonntag, den 09.07.2017, auch wieder im Himmeroder Hof in Rheinbach.

Weitere Informationen: www.kultur-im-Himmeroderhof.de

Auszeichnung für Stefan Raetz

Wir sind stolz auf die Auszeichnung unseres Vereinsmitglieds und Bedanken uns hiermit auch für das Engagement von Stefan Raetz bei der Togo-Hilfe e.V.


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Erneut großzügige Spende für Agerto

Das Togo-Hilfe Team aus Rheinbach hat ONG AGERTO erneut großzügig unterstützt. Mit ihrer Spende von 2000 Euro hat der Togo-Hilfe e.V. ein weiteres Drittel zur Finanzierung der Unterkünfte für die Auszubildenden in Kemini (Sokodé) und Akpakpakpe (Notsé) beigesteuert.


Nun ist einigen Auszubildenden die Möglichkeit gegeben dort zu lernen und zu leben. Aus diesem Grund möchten wir bei ONG AGERTO uns ganz herzlich bei Togo-Hilfe e.V. bedanken, da sie die noch zu finanzierende Summe auf 2000 Euro minimiert hat. Dieser Betrag steht jedoch weiterhin offen, weshalb wir über fortführende Unterstützung sehr dankbar sind.

Maismühlenprojekt in Akpakpakpe

Die Togo-Hilfe e.V. hat für AGERTO in Akpakpakpe eine Maismühle finanziert. Da Maismehl eines der Nahrungsmittel ist, welches in Togo am meisten verwendet wird und da es in ganz Akpakpakpe nur eine weitere Maismühle gibt, ist die Anschaffung einer solchen Mühle eine sinnvolle und nachhaltige Investition. Die Maismühle soll in Zukunft gewinnbringend verwendet und das Geld reinvestiert werden, sodass AGERTO weiter wachsen kann.
In Akpakpakpe war einiges los, als die Leute gehört haben, dass AGERTO eine Maismühle bekommen hat. Auch viele Bewohner die eigentlich nichts mit AGERTO zu tun haben, sind gekommen um sich das anzusehen und waren sehr sehr froh über die Mühle. Messan AMEGNIHO zitierte jemanden:"Wer hat das finanziert, Gott möge ihn segnen".


Offensichtlich war die Freude so groß, denn mit einer zweiten Maismühle in Akpakpakpe müssen die Menschen nun nicht mehr mehrere Tage warten bis aus ihrem Mais Mehl gemacht wurde. Stattdessen bekommen sie noch am selben Tag ihr Mehl um auch direkt damit kochen zu können.

Zitat von Bürgemeister Stefan Raetz

General Anzeiger: Verein schafft Perspektiven

Sie finden den ganzen Artikel online beim General Anzeiger oder einen PDF Download in unserem Pressebereich

Wir wünschen allen ein Frohes Neues Jahr

>> Es gibt noch Fotokalender für 2017 <<

Jedes Jahr erstellt die Togo-Hhilfe Rheinbach e.V. einen neuen Jahreskalender mit Motiven aus Togo. Das Motto des Fotokalender 2017 ist "Kultur in Togo". Der Kalender kostet 18,- € und der Preis beinhaltet die Herstellungskosten des Kalenders und zusätzlich wird hiervon eine Schulkleidung für ein Kind in Togo finanziert!

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Togo-Ghana-Tour 2016

Erlebnisse und Eindrücke von Michael F. Firmenich vom 16. - 18. November 2016

 

Dies wird nun meine 19. Reise nach Togo. Seit vielen Wochen habe ich sie mit unserem Koordinator Aimé Dogo, der in Togo lebt, ausgearbeitet. Aimé, trotz seiner Ausbildung als Lehrer für Deutsch und Französisch damals ohne Stelle, ist unser treuer, fleißiger und zuverlässiger Freund und hilft uns seit dem Jahr 2003. Ohne seine intensive Betreuung unserer Projekte und der Patenschaften, wäre für mich eine Vereinsführung mit meinen Ansprüchen nicht denkbar. Ich danke Dir lieber Aimé für all Deine Hilfe. Nachdem bereits Stefans ausführliche Tagesberichte unserer Tour ab dem 21.11.2016 zu lesen sind und die von Silvia vom 18. Bis 21.11.2016, folgt nun mein Bericht.


Stefan, der ja 6 Tage nach mir nach Togo eingereist ist, tippte seine ausführlichen Tagesberichte in sein Smartphone, meist während der Fahrt in unserem alten Mazda-Bus. Wenn wir dann Internetverbindung hatten, was am Anfang in Togo eher selten war, sandte er seinen Bericht an unseren Webmaster Thomas nach Berlin.

Auch Silvia, die mit ihrem Mann Klaus 3 Tage vor Stefan angereist war, hat ja auch schon ihre Erlebnisse von den Besuchen/ Treffen mit den Patenkindern geschildert.
Danke lieber Thomas, dass immer so prompt reagiert hast und alles teilweise sogar taggleich auf www.togohilfe.com und bei Facebook eingestellt hast! Du bist eine unheimlich große Hilfe.

Aufgrund meiner zusätzlichen Programmpunkte reiste ich bereits am Mittwoch, den 16.11.2016 nach Togo ein. Angekommen um 18.10 Uhr im Flughafen von Lomé war ich total erstaunt. Nicht wegen der sehr warmen, aber feuchten Luft ( um diese Uhrzeit noch ca. 28 Grad ), nein, was hat sich alles hier innerhalb eines Jahres geändert?! Ein neues Flughafengebäude, alles glänzte und schien mir auch von der Abwicklung her gut durchdacht. Und das in Westafrika, in Togo, dem an zehntletzter
Stelle der UN-Liste i.S. durchschnittliches Jahreseinkommen. Es liegt bei $ 200,- Jahreseinkommen, nicht Monatseinkommen!!! Berlin ist da mit seinem Flughafen etwas anders, was das Zeitmanagement angeht. Was war das doch früher ein kleines ziemlich verschmuddeltes Gebäude? Wir
kamen mit dem großen Flieger von Air France an, dieser parkte etwa 70-100m vor dem Gebäude und zwar so, dass er für den Abflug nicht zurück geschoben werden musste, sondern gleich in Richtung Startbahn durchstarten konnte. Wir Passagiere durften dann diese kurze Strecke nicht zu Fuß gehen, nein, wir wurden mit Bussen zum Flughafengebäude gebracht, wo wir dann in einer langen Schlange standen, denn es waren immer nur 2, max. 3 Schalter mit Zoll-Leuten (Zollbeamte gibt es dort
ja wohl eher nicht) besetzt.
Diesmal war es anders! Nein, nicht alles! Der kleine Schwarze, er hieß bei uns immer nur „Doktor“ in seinem weißen Kittel, wuselte dort hin und her und „überprüfte“, ob wir auch unseren gelben Impfausweis dabei hatten. Ich habe seit Jahren den Eindruck, er sucht nach „Opfern“, jemanden, dem er „seine“ Spritze im Nebenraum in seinen Allerwertesten rein jagen kann. Nun, es war auch diesmal nur wichtig, man hatte den gelben Ausweis dabei, mehr nicht, denn so flüchtig, wie er hier drüber schaute, konnte er gar nicht erkennen, ob ich wirklich meine Gelbfieber - Impfung gemacht hatte bzw. ob diese noch gültig war (diese Impfung ist für die Einreise nach Togo Pflicht). Ohhhhh, plötzlich verfiel er in Hektik. Ein Passagier hatte den besagten gelben Ausweis nicht dabei und wurde prompt von „unserem kleinen weißen schwarzen Mann“ in den Nebenraum geführt. Der arme Passagier! Vor einigen Jahren hatte auch ein Mit- reisender in unserer Gruppe seinen Ausweis nicht parat, er fand ihn in dem Moment einfach nicht in seinem Rucksack. Was haben wir gemacht? Ich bin als Erster von der Gruppe vorgegangen und hab dann nach der
Kontrolle des Impfausweises diesen hinterrücks nach hinten weiter gegeben an unseren Freund H. Alles war o.k., er konnte den gelben Ausweis vorzeigen, so wurde er von der Pferdespritze verschont. Der Name wurde nicht überprüft und alles war gut.

Es war diesmal eine erstaunlich zügige Abfertigung! Und etwas war auch neu: Die Technik hat auch hier Einzug eingehalten! Mit einem sehr ernsten und wichtigen Gesichtsausdruck wurde mir erklärt, was ich zu machen hatte. Die rechten 4 Finger ( ohne Daumen ) auf ein Tablet legen, dann die linken 4 Finger, dann die beiden Daumen separat, natürlich jetzt alles voll elektronisch! Zum guten Schluss dann ein
paar Schritte zurücktreten, Brille abnehmen und in die Kamera schauen. Es wurde ein Foto gemacht, dann wurde überprüft, ob der Pass o.k. war und natürlich das Visum! Mein 2. Vorname wurde in das Einreiseformular eingetragen, ohne Vorwürfe. Das war auch mal anderes früher. Für mich total erstaunlich: Ich keine Probleme beim Zoll! Vorher hatte ich echt
Bedenken. Mit meinen vielen neuen Brillenfassungen, ein spez. Optik- Messgerät, gespendeten Handys, Sticks, SD-Karten, div. nagelneues Handwerkszeug, welches ich vom Rheinbacher OBI-Markt gespendet bekommen hatte. All das hatte ich auf meine beiden Koffern aufgeteilt. Man hört ja oft genug, dass mal der ein oder andere Koffer verloren geht. Dieses Aufteilen sollte man auch mit der eigenen Wäsche machen. Zahnbürste und -Pasta aber bitte immer im Handgepäck!


Unser treuer und zuverlässiger Koordinator vor Ort, Aimé Dogo, holte die mit mir aus Stuttgart angereiste Uschi (Patenschafts-Beauftragte von Togo-Hilfe e.V.) und mich ab. Da jeder von uns 2 Koffer + Handgepäck mit hatte, passte dies nicht alles in seinen kleinen „Brilli“ (so nennen wir unseren ehemaligen kleinen „Opel Corsa“, damals mit vielen „Brillen“ beklebt, den wir Firmenichs per Schiff nach Togo gebracht und Aimé geschenkt hatten). Aimé hatte eine Art Taxi vom „Seemannsheim“ aus
engagiert, wo wir übernachteten. Wir stellten die Uhr um 1 Stunde zurück, es war dann in Lomé 20.15 Uhr.

Donnerstag, den 21.11.16.
Meinen ersten Tag habe ich so geplant, dass ich noch nicht voll arbeiten musste. Der Klimawechsel ist schon erheblich! Zuerst versuchte ich einen meiner ältesten Bekannten, ich kann ihn fast schon als „Freund“ bezeichnen telefonisch zu erreichen. Aimé hat mir wie jedes Jahr meinen „Togo-Chip“ für's Telefon mitgebracht und ich mein uraltes Nokia Handy. Das waren noch Akkus damals! Es ist der Chef von „Alba Travel“, dem größten Reiseunternehmen Togos, ja vielleicht ganz Westafrikas?!
Raoul hat mir schon im Jahr 2000 geholfen, als ich damals mit meinen zwei Freunden Jörgen und Alfred aus Ghana flüchten musste. Beim 3. Versuch hat es endlich geklappt. Er lud mich ein zum „Nouveau Beaujolais“ in dem wohl besten Hotel, im „Sarakawa“ ein. Ein Relikt aus der franz. Kolonialzeit. Jedes Jahr um diese Zeit wird dort der neue Beaujolais- Wein „gefeiert“. In der Vergangenheit hatte ich mehrfach die Einladung von Raoul, 2x war ich auch dabei, ganz zu Anfangs. Da hatte ich auch noch immer ein Jacket mit. Nun, so etwas ist für mich schon sehr „speziell“. Schön, so etwas an der Ahr in meiner Umgebung und mit Ahrwein zu erleben, aber in Togo??? Nun, Raoul selbst konnte an dem Abend nicht und ich hatte auch meine „Termine“. Ich habe ihn gebeten, doch wegen des Hotels in Kumasi/Ghana nochmals nachzuhaken. Dir mir in Deutschland angebotene/versprochene Hilfestellung eines Vereins, der
dort tätig ist, war Fehlanzeige! Leider wurden wir in Stich gelassen, so dass ich nun sehr schnell handeln musste. Ohne eine Hotel- Vorreservierung mit einer Gruppe von 8 Personen (5 Weiße und 3 Schwarze) in einem Hotel in Afrika übernachten zu wollen, ist mehr als unverantwortlich! Wir haben uns für den Abend verabredet, doch leider konnte Raoul nicht kommen. Gut dass ich einen Telefonchip von Togo habe, so konnten wir uns telefonisch austauschen.

Es folgten Koordinationsgespräche und Besprechung der Tour mit unserem Koordinator vor Ort, Aimé Dogo, entspannt im „Foyer des Marins“ = „Seemannsheim“ durchgeführt. Seit ewigen Zeiten ein von der „Bremer Mission“ geführtes Haus, ursprünglich gedacht für Seeleute, die abwarten/übernachten mussten, bis die Ladung gelöscht ist und auch mal „an Land“ was erleben bzw. übernachten wollten. Aimé brachte mir auch meine drei Koffer mit, die er seit meinem letzten Besuch 2015 für mich aufgehoben hat. In einem Koffer sind meine privaten Dinge enthalten wie: Weltstecker, Taschenlampe, meine 3 trad. togoischen Kurzarm- Hemden, die Aimés Frau (Sie ist Näherin) mir geschenkt hat und sehr bequem sind, Steckerleiste, Schweizer Messer, Stilett, Fliegenpatsche (sehr wichtig ), Moskitonetz, u.v.m. In den beiden weiteren Koffern sind meine Utensilien für die Augenprüfungen enthalten. Es sind 3 kleine
Koffer mit Refraktions- Gläsern, wobei zwei identisch sind, ein altes, nicht mehr so sehr funktionstüchtiges Pupillometer, PD- Mess-Stäbe, 3 verschiedene Sehprobentafeln, den selbstgebastelten „Snellchen Haken“, Microfaser-Tücher, Kreuzzylinder +/- 0,25 und 0,50 Dpt, zwei Messbrillen, sehr viele nagelneue (aus der aktuellen Kollektion) Brillenfassungen

(hauptsächlich von „Rodenstock“ gespendet), Auftragstüten u.v.m.

Freitag, den 18.11.16
Um 07.40 Uhr bekam ich eine SMS von Aimé, dass mich „in Kürze“ Pater Prosper Jean Agbagnon sehen wollte. Ich wusste, er ist in Togo. Pater Jean, gehörig zum Orden der Styler Missionare, habe ich vor über einem Jahr im Kloster der Styler in St. Augustin besucht, zusammen mit unserem Bürgermeister und Gründungsmitglied von „Togo-Hilfe e.V.“ Stefan Raetz (er war bei der jetzigen Tour schon das 5.Mal mit in Togo). Pater Jean war auch am 3. Advents-Sonntag beim Weihnachtsmarkt 2015
in Rheinbach mit dabei. Ein sehr liebenswürdiger hilfsbereiter Mensch, der in St. Augustin promoviert hat und wohl auch schon „verteidigt“ hat. Und wie der Zufall es so will, stammt er aus dem Ort, in dem unser Koordinator Aimé Dogo wohnt, nämlich in Legbassito-Madjiktom. Er hatte schon sehr früh von unserem Engagement dort erfahren. Wir haben u.a. dort aus Spendengelder ein Schulgebäude, einen Kindergarten und einen Brunnen finanziert.
 
Nun war er da, um 07.45 Uhr, 5 Minuten nach der SMS. Ich hatte gerade meinen leckeren Fruit-Frühstücksteller vor mir. Hmmm Papaya, Mango, Bananen, Vitamine pur. Da lasse ich gerne das franz. Pan, was gummiartig ist, für stehen. Obwohl, mit meinem mitgebrachten Grafschafter Rübenkraut und guter Butter schmeckt auch dies gut.
Ich wollte zwar um 08.00 Uhr los fahren, es wurde jedoch 08.20 Uhr, ehe wir nach Madjikpeto zur Grundschule für die Augenprüfungen los fuhren. Ganz wichtig: Genügend Mineralwasser ( natürlich ohne Gas ) und einem Snack aus der Morgenküche des Seemannsheims. Man weiß ja nie, was kommt?! Nach knapp einer Stunde Fahrt Richtung NNO, ca. 30 km (!) über teilweise abenteuerliche „Gruben-Piste“, wurden wir von hunderten sich freuenden und kreischenden Kindern begrüßt. Ich habe dies alles mit meiner Video-Kamera festgehalten. Es ist immer wieder ergreifend.
Ich begann meine Utensilien auszubreiten. Das Kindergeschrei hörte nicht auf.

 

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Togohilfe-Reisebericht: Letzter Teil

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Freitag, den 2. Dezember 2016

Unser letzter Tag in Westafrika. Ja, die Nacht war was besser, aber optimal ist was anderes. Um 8.00 Uhr wird gefrühstückt. Ein Guter Einstieg in einen ruhigen Tag im Hotel, insbesondere am Pool. Gegen Aufpreis dürfen wir die Zimmer bis zum "Abflug" zum Flughafen nutzen. Man hat ja doch eine Menge zu "rödeln" bis alles wieder Abreisefertig ist. Wir verabschieden Aimé und Salifou und sagen Danke für die Unterstützung bei der Realisierung der Tour. Ohne Aimé wären wir in der Effektivität und der Kontrolle unserer Arbeit auch nicht so gut. Sie fahren noch kurz vor der Grenze nach Togo in Ghana bei Bekannten vorbei um denen einiges an Unterstützung zu bringen. Heute ist Feiertag in Ghana. Farmers Day. Daher hat das Goethe-Institut, gleich hinter unserem Hotel, zu. Schade, denn wir wollten, wie in Lomé in Togo auch, mal interessenhalber hin.

Den Vormittag verbringen wir am und im Pool. Das tut auch mal gut. Quasi "runterkommen" von den vielen Eindrücken der Tour. Jeder schreibt noch was an Erinnerungen auf, sortiert die vielen Bilder und bereitet sich auf den Rückflug vor. Mittags wandern wir drei Straßen weiter zu "Captain Hooks". Nochmal lecker zum Abschluss Essen. Ein feiner Laden. Alles im Fischerlook. Zum Glück sind nur, für die Verhältnisse hier, die Preise gesalzen. Das Essen ist fein gewürzt. Ich habe natürlich wieder Fisch. Auch hier leuchtet der Weihnachtsbaum und blinkt in allen Variationen. Amerikanisch halt. Nein, wir haben Weihnachten bei den Temperaturen noch nicht "auf dem Schirm". Nochmal schön unter die Dusche, in die Jeans - die Zeit der Shorts ist beendet -, die Jacke im Handgepäck parat gelegt und um 18.00 Uhr mit dem Hotelservice zum Flughafen. Nach 15 Minuten sind wir da. Weitere 10 Minuten und unsere Koffer sind am Eingang durchleuchtet. Nochmals 10 Minuten und wir sind eingecheckt. 11 kg und 16 kg wiegen die Koffer von mir. Da ist viel in Togo geblieben. Nach weiteren 2 Vor-Checks der Papiere und 3 End-Checks vor dem Boarding sind wir am Boardinggate. Michaels Feuerzeug im Handgepäck bleibt allerdings in Ghana. Beschwerden über das Personal ist ausdrücklich verboten. Steht überall angeschlagen. Wer es doch tut wird vom Flug ausgeschlossen! Heftig! Das Flughafengebäude und das Umfeld haben deutlich an Attraktivität gewonnen. Moderne Infrastruktur. Hier ist nicht das typische Ghana. Auch hier fällt auf, dass nur ganz wenige Menschen rauchen. In Togo und Ghana wird von Einheimischen eigentlich nicht geraucht. Die kauen ihre besonderen, berauschenden Bohnen und Rinden. Um 22.05 Uhr soll das Flugzeug, eine Boing 777-300 - also mit 408 Passagieren größer als der Airbus beim Hinflug - nach Amsterdam abheben. Um 21.15 Uhr beginnt das Boarding. Um 21.45 Uhr habe ich meinen Platz. Er war besetzt. Der Herr saß falsch. So, meinetwegen kann es losgehen. Die Flugzeit für 5302 km wird mit 6 Stunden und 9 Minuten angegeben. Der Herr neben mir hat bereits seinen Mantel an. Hoffentlich schwitzt er nicht! Jetzt nimmt er sich auch noch die Decke. Hey, wir sind noch in Ghana! Die Maschine ist voll belegt. Wir fahren um 22.05 Uhr pünktlich aus der Parkposition. Um 22.15 Uhr starten wir zu einem ruhigen Flug. Um Mitternacht Abendessen und dann versuche ich etwas die Augen zu schließen. Nicht einfach!

Samstag, den 3. Dezember 2016

Der Flug ist ruhig. Die Nacht ist unruhig. An Schlaf ist trotz des guten Sitzabstandes nicht zu denken. Schön mal wieder die alten CDs zu hören. Das Entertainmentprogramm ist sehr gut. Ein Frühstück mit Früchten und Joghurt um 04.00 Uhr - wir haben schon wieder dt. Zeit. Die Landung pünktlich um 5.30 Uhr. Das lässt hoffen, dass Michael und ich den Anschluss nach Düsseldorf schaffen. Wir verabschieden uns kurz voneinander, aber Uschi, Silvia und Klaus, unsere Süddeutschen, werden ja am Wochenende schon wieder in Rheinbach zum Weihnachtsmarktstand da sein. Dann heißt es wieder Einnahmen erzielen um weiter Gutes tun zu können. Durch die ersten Kontrollen durch schaffen wir es auf dem weitläufigen Flughafen Schipol zum Boarding pünktlich am Gate zu sein. Mit einer Fokker 70 geht's weiter. Von dem größten Vogel von KLM zum kleinsten Spatzen. 80 Passagiere können mit. Auch der Flug ist voll besetzt. Wenn es jetzt noch unser Gepäck schafft, dann wäre das super. Wir fliegen später ab, weil noch Koffer eingeladen werden. Das lässt hoffen. Ein langer Weg zum Startplatz. Fahren wir nach Düsseldorf? Um 7.15 Uhr sind wir in der Luft. Es gibt Wasser aus der Türkei und Spekulatius aus Holland. Schon um 7.45 Uhr setzen wir wieder auf. Im Schneematsch von Düsseldorf. Wir sind wieder in Deutschland! Minus 4 ℃. Kurzer Bustransfer, Kofferband und auch unsere Koffer sind alle mit da. Birgitta nimmt uns um 8.15 Uhr in Empfang. Eine Stunde später sind wir wieder in Rheinbach. Eine tolle Tour mit guten Freunden ist am Ende. Alles ist gut gegangen. Auch der Magen hat alles vertragen, auch wenn er so manches das erste Mal kennengelernt hat. Danke!

Fazit:

Wie jedes Jahr eine gelungene, eine wichtige Reise. In Togo haben wir die letzten 15 Jahre so viel geleistet - das kann sich sehen lassen! Wichtig, es ist immer Hilfe zur Selbsthilfe. Die Schulbauten, die Kindergärten, die Brunnen, die Krankenstationen, die Ausbildungszentren, die EDV-Räume und vieles mehr: Immer bringen unsere Partner vor Ort einen, wenn auch kleinen, Eigenanteil. Auch muss die Hilfe nachhaltig sein. Bildung und Gesundheit stehen im Mittelpunkt. Daher jedes Jahr die Visite. Ist noch alles gepflegt? Werden die Brillen noch getragen? Jedes über die Sozialpatenschaften gefördertes Kind wird in Lomé und Kpalimé besucht. Wie ist die Entwicklung? Wie sind die Schulerfolge? Wie sieht es mit den Lernbedingungen und der Hygiene zu Hause aus? Nur einige Fragen, die die Paten haben und bei den Besuchen geprüft werden. Wichtig sind hier unsere Unterstützer vor Ort mit Aimé  als Chefkoordinator. Jede Woche ist er für die Togo-Hilfe-Rheinbach gefordert. Ein Glücksfall. Wichtig ist auch, dass wir das Land, auch die Nachbarländer, bereisen. So lernen wir die Unterschiede kennen und können gleichzeitig noch mehr Land, Leute und Kultur verstehen. Und wir von der Togo-Hilfe um unseren Vorsitzenden Michael F. Firmenich, wir machen das alle ehrenamtlich und zahlen unsere Tour natürlich selbst.

 

Wir garantieren:

Jede Spende kommt zu 100 % in Togo an. Gutes tun mit gutem Gewissen ohne Verwaltungskosten, da wir die auch privat selber tragen.

Togohilfe-Reisebericht: Teil 8

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Donnerstag, den 1. Dezember 2016

Der Dezember beginnt und wir sind am schwitzen. Schon komisch! Die Nacht war kurz, denn das Bett für zwei einfach zu schmal. Außerdem war es die Nacht entweder zu kalt (mit Klimaanlage) oder zu warm (ohne Klimaanlage). Aber eine super Dusche mit Regenwaldduschkopf wartet. Das tat gut! Ebenso das Frühstück. Cornflakes, Rührei, Früchte, Saft, verschiedene Brotsorten - alles dabei. Sogar frisch aufgebrühter Kaffee statt dem Nescafé. Um 9.15 Uhr starten wir mit Nii. Auch die 5 Mio. Einwohnerstadt Accra will entdeckt werden.

Wir wohnen im Botschaftsviertel. An der US-Botschaft vorbei - alles sehr auffällig bewacht und mit hohen Mauern umgeben - kommen wir nach wenigen Minuten am W.E.B. du Bois Memorial Centre for Pan African Culture in Ghana an. Dr. William Edward Bagatte du Bois, 1868 in Massachusetts geborener Sozialist, kam 1961 nach Ghana. Er gilt als der Vater der Pan Afrikanischen Bewegung. Der 1. Präsident Ghanas nach der Unabhängigkeit 1957, Dr. Kwame Nkrumah, schenkte Dr. du Bois das Haus, das wir besichtigten. Er starb als Ghanaer 1963. Das Mausoleum liegt neben dem ehemaligen Wohnhaus, heute Museum. Vorbei am Flaggstaff-House, dem Sitz des Präsidenten bzw. Stellvertreters, fuhren wir am Rande des Marktes entlang. Auch hier für uns Mitteleuropäer Chaos pur. Und natürlich kein Durchkommen. Durch die am kommenden Mittwoch anstehenden Wahlen in Ghana ist alles noch lauter und bunter. Junge Männer als lebendige Litfaßsäulen, angemalt in den Farben der jeweiligen Partei, stehen an markanten Stellen, werben um Stimmen und Spenden. Viele Menschen zeigen offen durch das Tragen von Schals oder Hüten, T-Shirts oder den Farben der Partei, für wen sie stimmen. Aber alles läuft, trotz auch lautstarker Botschaften aus dem Lautsprecher, friedlich ab. Wir fahren durch die Oxford-Street mit ihren westlichen Einkaufsläden. Was für ein Gegensatz zu dem Markttreiben! Weitere Märkte folgen - der Handymarkt, der Motorradmarkt, u.v.m.. Auch die vielen Prediger fallen auf. Sie stehen irgendwo und predigen lautstark mit dem Megaphon oder der Lautsprecherbox. Laut sind sie auf jeden Fall. Daneben bettelt dann ein Moslems um etwas Geld. Fast alle Autos, vor allem die Kleinbusse, tragen biblische bzw. religiöse Sprüche. 

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 7

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Mittwoch, den 30. November 2016

Wie immer sind wir gegen 6.00 Uhr wach geworden. Die quietschenden Türen im Hotel sind ein guter Wecker. Heute heißt es Abschied zu nehmen von Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas. Jetzt sind wir reif für die Hauptstadt und größten Stadt, für Accra. Die Dusche ist heute heiß. Nur heiß! Im Mittel ist damit alles in Ordnung. Das Frühstück bietet als Neues gekochtes Ei und Gurken, sowie Paprika. Father John von der Partnergemeinde der kath. Kirche in Meckenheim in Kumasi ist doch noch vorbeigekommen. Es gab im Vorfeld Probleme beim Austausch der Informationen. Ein wenig Aufklärung über unsere Arbeit in Togo, überreichen des Togo-Kalenders, der Post aus Meckenheim und schon mussten wir starten. 9.00 Uhr pünktlich Abfahrt ins etwa 260 km entfernte Accra. Auf der gut ausgebauten Straße, zum Teil sogar vierspurig, geht es zügig voran. Die ewigen Hubbel nerven allerdings! Aber die Polizeikontrollen sind deutlich weniger geworden. Wir durchqueren eine sehr grüne, hügelige und fruchtbare Region von Ghana. Fast wie im Tropenwald. Viele Palmen und Bananenbäume. Die Kakao-Ernte hat gerade begonnen. Am Straßenrand wieder unzählige Verkaufsstände.

Nach 150 km machen wir, wie von John noch empfohlen, um 12.00 Uhr Pause im Linda Dor Highway Rest Stop. Gut und relativ modern gemacht. Eine Erfrischung tut jetzt auch gut. Nach einer halben Stunde geht's weiter. Noch 100 km bis zu unserem Ziel in Accra. Salifou meint immer noch er würde nach der Ankunftszeit bezahlt. Je früher umso mehr. Wir haben ihm dann doch gebeten über die wirklich wahnsinnigen "Hubbels" dezenter drüber zu fahren. Der Po und der Kopf sagen, ebenso wie der Kleinbus aus Japan, Danke! Wir kommen gut durch nach Accra. Kurz vor der Hauptstadt fängt es an heftig zu regnen. Die Händler an der Straße bringen alles in Sicherheit. 15 Minuten irrer Platzregen. Danach scheint wieder die Sonne. Die Temperatur geht von 36 ℃ auf 34 ℃ zurück. Ein warmer Regen. Klaus lenkt uns durch das ebenfalls an Autos erstickende Accra. Unweit vom  Flughafen ist unser gebuchtes Hotel beheimatet. Die Mahogany Lodge.

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 6

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Dienstag, den 29.11.2016

Minus 6 Grad in Rheinbach - schon fast 30 Grad plus in Kumasi. So unterschiedlich starten wir in den Tag. Heute Frühstück mit Spiegelei und Nutella aus Ghana. Wir sind scheinbar die einzigen Hotelgäste. Pünktlich ist John da um uns durch den Tag zu begleiten. Schnell noch ausreichend Wasser und Kühleis in die Kühlbox und dann eine Rundfahrt durch die Universität von Kumasi, K.N.U.S.T., deren weitläufiges Gelände sich unweit von unserem Hotel an einem Hügel erstreckt. Eine längere Diskussion am Eingang ob wir mit einem Fahrzeug aus Togo auf das Gelände dürfen, endet positiv. Auffallend sind die mächtigen, einzeln stehenden Bäume auf den großen Wiesenflächen. Sie wurden vom ersten Präsidenten Ghanas, gestiftet vom Botanischen Garten in Ghana, gepflanzt. Wir sehen die Unterkünfte für Studenten und Professoren, die Institute, die Verwaltung und die Hörsaalgebäude. Fast alles kann man hier studieren - Mathematik, Chemie, Anglistik, Fremdsprachen, Landwirtschaft, Pharmazie, Medizin, Kunst, Architektur, Wirtschaft - um nur einige Studiengänge zu nennen. Die Studiengebühren liegen bei etwas 1.300,- US-Dollar im Jahr, incl. einem Jahr Unterkunft auf dem Campus. Ab dem zweiten Jahr muss auch für das Wohnen bezahlt werden. Für Studenten aus dem Ausland liegt der Betrag bei bis zu 6.000,- US-Dollar im Jahr. Noch immer suchen die meisten Absolventen nach dem Abschluss ihr Glück im Ausland. Schade für Ghana und die Nachbarstaaten!

Wir fahren ins Umland, denn es ist geplant drei Handwerkerstädte zu besichtigen. Der Start ist in Bonwire, einem Kente-Dorf. Kente ist der typische, farbenfrohe, gewebte Stoff, der besonders bei Feierlichkeiten getragen wird. Im Hinterhof sind die alten Webstühle in Aktion. Männer weben an den einfachen Holzwebstühlen. Wir durften es auch  mal ausprobieren. Gar nicht einfach! Und ganz schön schwer der Stoff!

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 5

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Montag, den 28. November 2016

Und wieder wird um 8.00 Uhr gefrühstückt. Das Restaurant ist gegenüber dem Kings Tower Hotel. Wir haben gut geschlafen. Die Dusche war, trotz Durchlauferhitzer, kalt. Aber sauber ist es. Und "kalt" ist in Afrika relativ. Frühstück als Buffet! Omlette am Morgen ist OK, aber der englische "Kram" muss nicht sein. 9.00 Uhr Abfahrt zum Geldtauschen. Die GCB, die Ghana Comercial Bank, soll den besten Kurs haben. Also hin. Ergebnis: Verkehrschaos drum herum. Alles hupt, es stinkt (die Autos, die Gosse, die Verkaufsstände), Michael und Aimé sollen umtauschen gehen, werden aus dem Kleinbus gelassen und Salifou fährt einmal im Viertel umher, denn Parken ist unmöglich. Alle Anstrengungen nutzten nichts, für Euros gibt es bei der GCB keine Cedis. Aber die Barclay-Bank in der Universität würde Euros in Cedis wechseln. Nachdem wir uns endlich wiedergefunden haben, ab zur Uni. K.N.U.S.T. heißt die Universität. Ein Riesengelände. Ähnlich den Universitäten in Accra und Cape Coast, die wir vor 3 Jahren besucht haben. Endlich um 10.30 Uhr werden aus meinen 150,- € immerhin 630,- Cedis. Jetzt aber ab in die Stadt. Kumasi, 2,5 Millionen Einwohner, die Ashanti-Hauptstadt wartet schon auf uns.

Wir wollen zum Markt und zum Kulturzentrum. Ein nicht für möglich gehaltenes Wirrwarr an Menschen, Autos und Verkaufsständen. Nichts geht mehr. Der Kleinbus steht. Nichts geht vor, nichts geht zurück. Die Hitze im Bus steigt. Also raus! Wir wünschen Salifou und Gregor viel Glück und gehen zu Fuß am Rande des Marktes zum Ghana National Cultural Centre mit dem Prempeh II. Jubilee Museum. Klaus und Open Street Map sei Dank. Wir quetschen uns an Autos, Bussen, Menschen und Ständen vorbei. Immer alles haarscharf. Wenn hier mal Panik ausbricht! Nicht dran zu denken. Im Gelände werden die Universitätsabschlüsse gefeiert. Viele adrette Absolventinnen, fein rausgeputzt, darunter. Nett anzusehen und voller Stolz. Sind auch Absolventen hier? Oder bemerken wir die Jungs einfach nicht? Wir brauchen eine Erfrischung! Das tut gut im Schatten was kühles in der Hand, im Glas und dann im Magen zu wissen. Aimé und Georg - er hat es geschafft mit Salifou dem Moloch zu entfliehen - bekommen den Auftrag für morgen einen einheimischen Führer zu organisieren. Wir lassen uns derweil im kleinen, aber bedeutsamen Museum des Ashanti-Volkes die Kultur dieses ebenfalls stolzen und selbstbewussten Volkes erklären. Ein Gang zum Handwerkermarkt vervollständigt dies. Wir treffen uns erneut beim kühlen Getränk. Aimé hat eine Überraschung. Gleich kommt unser Guide. Wow, das hat aber geflupt! Und dann ist er da: John - ein Baum von Mann. Hoffentlich sitzt er im Bus nicht neben mir, denke ich noch. John spricht ein sehr klares Englisch, anders als sonst in Ghana. Wir werden uns einig, also fängt George seinen Job direkt an.

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 4

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Samstag, den 26.11.2016

Um 9.00 Uhr, nach dem üblichen Frühstück mit vielen Früchten, Weißbrot, mitgebrachtem Schwarzbrot, Marmelade, Rübenkraut (auch mitgebracht!), Butter, Tee, Kaffee und Orangensaft, geht's auf Richtung Ghana. Wir wollen auch was von Togo und den Nachbarländern kulturell aufnehmen. Die Nacht war erholsam, der Magen ruhig - alles ist gut! Um 5.00 Uhr der Muezin, um 6.00 Uhr die Fußballer mit Getöse zum Training - sonst ganz ruhig. Wir tanken in Sokodé. Der Liter Benzin oder Diesel kostet 435 CFA, das sind etwa 0,66 €. Natürlich für hiesige Verhältnisse sehr teuer. Daher gibt es auch überall "freie" Tankstellen. Das ist oft geschmuggelter Sprit aus Nigeria, abgefüllt in Plastik- oder Glasflaschen. Sieht aus wie Urinproben am Straßenrand! Sokodé ist die Stadt der Minarette in Togo. Fest in muslimischer Hand. Wir haben 60 km bis Bassar vor uns. Gregor, er kommt von dort, erzählt über die Geschichte und Kultur der Region. Er spricht gut Deutsch. Salifou besorgt noch Wasser und Eis für die Kühlbox. Der Verbrauch steigt! Durch den Harmattan, den Wüstenwind mit Sand aus dem Norden, ist es immer trocken warm, die Luftfeuchtigkeit hält sich in Grenzen, aber der Himmel nie strahlend blau. So viel Sand in der Luft!

Auffällig sind auch die Satellitenschüsseln. Wollen die damit, weil defekt, Wasser sammeln? Sie sind alle fast senkrecht ausgerichtet. Kein Wunder, denn wir sind ja ganz nah am Äquator. Also alles in Ordnung. Wir kämpfen uns die Serpentinen am Mt. Malfakassa entlang nach Bassar. Die Schlaglöcher nehmen mit jedem Kilometer zu, die Durschnittsgeschwindigkeit nimmt mit jedem Kilometer ab. Es geht durch den Malfakassa-Nationalpark, wo sogar vor Elefanten gewarnt wird. Nur gesehen hat hier bestimmt noch niemand ein lebendes Exemplar. Rinderherden sind gut in den Teakholzbeständen zu erkennen. Viele weiße Rinder!

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 3

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Freitag, den 25. November 2016

7.30 Uhr Frühstück und Koffer zum Bus. 8.30 Uhr Abfahrt. Es hat alles geklappt. Auch das Frühstück mit Fruchtteller inkl. Apfel aus Südafrika. Bezahlen - das Zimmer 17,- € - und auf zum dritten Agerto-Ausbildungszentrum in Kéméni bei Sokodé. Messan, der Gründer und Gesamtchef von Agerto, sowie seine hübsche Tochter Christina (24), fahren mit. Christina ist in Nigeria zur Schule gegangen und spricht daher Englisch, aber kein Französisch. Auf der Straße viele LKWs und Motorräder, sowie Schulkinder am Wegesrand - wie überall. Wir kommen auf der gut ausgebauten Straße gut voran. Salifou holt alles aus dem Toyota-Bus raus und düst mit 100 km/h über den Asphalt. Es fühlt sich an wie 160 km/h. In Deutschland zahlt man in Freizeitparks viel Geld für das Erlebnis. Nach einer Stunde sind wir im 75 km entfernten Atakpamé. Über Anié und Sotouboua (ab da wird die Straße wieder was ruckeliger) geht es bis Sokodé. Etwa 250 km liegen hinter uns. Wie immer ist es gefühlt - vor allem am Popo - das Doppelte. Unterwegs durchquerten wir erneut eine fruchtbare Gegend, auch wenn es nördlicher auch mehr trockene Grasflächen und Büsche dazwischen gibt. Immer wieder brennen die Bauern ihre Felder ab. Sieht, vor allem abends, gefährlich aus, funktioniert aber anscheinend. Am Straßenrand viele Lehmhütten und lediglich mit Palmwedeln bedeckte Holzgeflechte. Die Mehrzahl der Behausungen wären für uns unbewohnbar. Meine Bauaufsicht würde ganze Städte stilllegen. Auch die Autos die auf den Straßen fahren. Ich kenne manche Marken nur deshalb, weil ich schon gut über 50 bin. Die Reifen! Die Beladung! Schnell erreicht das Fahrzeug das doppelte Volumen. Mindestens! Naja, es funktioniert - in Afrika! Um 12.30 Uhr  waren wir im Hotel Central in Sokodé angekommen. Alles wie vor 7 Jahren! Der Runde Bungalow 122 ist meiner. Das Putzpersonal war gerade raus. Es roch noch kräftig nach Insektenspray. Ein gutes oder schlechtes Zeichen? Schnell die Bälle aufpumpen und um 14.30 Uhr ab nach Kéméni. Erst 30 Minuten die Straße weiter Richtung Norden, dann 15 Minuten Schotterpiste rechts ab. Zum Teil der nackte Fels als Fahrbahn!

In Kéméni hat Agerto 11 Auszubildende im Bereich Näherinnen, Tischler und Maurer. Das ganze Dorf ist anwesend. Wir werden von den Dorfältesten begrüßt. Sie führen uns vom Bus mit Trommelmusik zum Festplatz.

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 2

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Mittwoch, den 23. November 2016

Eine erholsame Nacht liegt hinter mir. Gut geschlafen. Eine erfrischende Dusche. Und wie! Ich hatte den Boiler nicht angemacht. Zum Glück ist "kalt" hier relativ. Ein leckeres Frühstück mit exotischen Früchten. Papaya, Mango, Bananen, Ananas - alles ganz frisch. Nach dem Frühstück in die lange Hose, denn es geht zu Agerto zur Abschlussfeier. 48 Auszubildende werden dort unterrichtet. Der deutsche Botschafter, der stellvertretende Prefekt, die traditionellen Honorationen der Stadt, alle sind da.

Auch Thomas Krahl, der lange Zeit für Agerto ehrenamtlich gearbeitet hat, ist gekommen. Die in der Freiwilligenarbeit engagierten Jugendlichen aus Deutschland, meist Mädels, sitzen auch auf den Ehrenplätzen. Viel Musik, live von der Reggae-Band von Thomas gespielt, begleitet die Zeremonie aus Reden, Übersetzungen und Zeugnisausgabe. Togo-Hilfe hat viele Geschenke mitgebracht und zum großen Teil bereits zuvor mit dem Container nach Togo verschifft. Die erfolgreichen Lehrlinge erhalten eine finanzielle Anerkennung der IHK Bonn. Die Lehrer, die hier wenig verdienen, bekommen vom Lehrerfonds der Togo-Hilfe eine "Motivationsspritze". Alles sehr emotional. Das geht unter die Haut. Und immer wieder wird getanzt. Einfach Freude pur. Ein leckeres Mittagessen, die Musik läuft weiter, beendet die Feier. Couscous, scharfe Sauce, Reis und Maisklumpen sind der Hauptgang. Papayas der Nachtisch. Michael hat ein Fässchen Bitburger nach Togo verschifft. Jetzt steht es gekühlt auf dem Festtisch. Eine wahrer Freund!

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Togohilfe-Reisebericht: Teil 1

Erlebnisse und Begegnungen, spontan von Stefan Raetz notiert.

 

Montag, 21. November 2016

Oh, was waren das stressige Tage vor dem Start nach Togo. Wie immer viel los im Rathaus und zusätzlich der Start der Karnevalssession. Damit die 7 Rheinbacher Prinzenpaare, Dreigestirne und die Einzelprinzessin von mir proklamiert werden konnten, bin ich erst heute nach Togo aufgebrochen. Karneval ist wichtig im Rheinland. Wer ist Prinz in Rheinbach interessiert mehr als die erneute Kanzlerkandidatur von "Mutti". Nach dem letzten Termin gestern Abend im ehemaligen Tresorraum des Kartenlagers der Bundeswehr, wurden die finalen Vorbereitungen getroffen. Alles eingepackt? Ja! Birgitta ist da (und nicht nur da) perfekt. Geschenke, Privates, Tabletten (Malariaprophylaxe), Sonnencreme (35 ℃), Ladekabel, Papiere - alles dabei. Es kann losgehen. Michael, unser Vorsitzender der Togo-Hilfe ist mit Uschi, der Patenbeauftragten, Silvia, der Frau für alles und Klaus, unserem Starfotografen schon in Togo. Um 3:15 h klingelt der Wecker. Schnell einen Kaffee, passend To Go! Und dann auf nach Düsseldorf. Eine Stunde mit dem Auto bis zum Flughafen unseres Landeshauptdorfes. Das klappt nur zu tiefer Nachtzeit. Ein letzter Kuss für Birgitta und schon am Check In. Na, wie schwer sind die Koffer? 23 kg sind jeweils erlaubt. 22,8 kg und 24, 2 kg. Das passt! Ruckzuck sitze ich am Gate 78. Pünktlich startet die kleine BAe 146 von WDL (fliegt für Air France) nach Paris. Voll besetzt. Gute Beinfreiheit. Ein ruhiger Flug. Sind meine Koffer dabei? Ich werde es in Lomé erfahren. Nach 60 Minuten setzen wir auf. Es regnet in Paris. Grau in grau. Der Anschlussflug ist schnell gefunden. Mit Bus, Aufzug, Laufband und Rolltreppe geht's zum Gate 46 im Bereich L. Super, sogar Steckdosen am Sitz. Atomstrom für das Handy? Egal - muss sein. Das Boarding der 208 Passagiere funktioniert überraschend gut. Ich sitze im Airbus A 330-200 im hinteren Bereich rechts am Fenster. Für Fernflüge eine kleine Maschine. Neben mir sitzt ein schmaler Chinese. Glück gehabt, denn einige Passagiere sind mehr als gut genährt und schwitzen geruchsvoll auch bei niedrigen Temperaturen. Mein Sitznachbar kommt gerade aus Shanghai und muss in Lomé an Bord seines Containerschiffes. Ob ich ihn im Seemannsheim wieder sehe? So, jetzt 8 bis 9 Stunden sitzen. Haha, gut, dass ich Beamter bin. Die können das! Locker. Mit 20 Minuten Verspätung verlassen wir das Gate. Von einer Pilotin gesteuert heben wir 15 Minuten später ab. Ich bin dabei. Die Koffer, der Rugby-Ball für Raymond (unser Patenkind), die 10 Fußbälle (ohne Luft) und die Togo-Hilfe-Jahreskalender hoffentlich auch. Abwarten. Mit Bohemian Rhapsody von Queen auf den Ohren gewinnen wir an Höhe. Jetzt kann der Service beginnen. Ein Apéritif lässt hoffen. Bei "We will Rock You" schaue ich aus 10 km nach oben und winke Jacob zu. Bring auch den Himmel zum lachen, mein Wanderfreund! Über Mallorca - nur Wolken - mit Adele im Ohr dann das Menue. Ein Rotwein zur Mittagszeit. Na klar, ich bin ja quasi in Frankreich. Über Afrika verfliegen die Wolken. Die Pilotin ist noch auf Kurs. Viel Sand, Dünen, ein paar Oasen und ab und zu Wüstenpisten in Algerien. Das ist alles. Stundenlang. Nicht ein Baum. Hier möchte ich nicht Hund sein. Beinchenheben unmöglich.

Nach 4000 km und 6 Stunden nach dem Abheben in Paris dann die Landung in Niger in der Hauptstadt Niamey. Nur Wüste, der Niger, etwas Grün am Ufer, Lehmhütten und eine Landebahn im Nichts. Die Passagiere nach Lomé bleiben im Flieger sitzen. Schnell waren es 37 ℃ im Cockpit, denn die Türen standen offen. Niamey ist das Transportkreuz der Bundeswehr für die UN-Mission Minusma in Gao. Eine Transall war auch zu sehen. Nach einer guten Stunde Stehzeit hoben wir wieder ab. Noch 820 km nach Lomé. Um kurz vor 18.00 h Ortszeit (in Deutschland schon 19:00 h)  eine weiche Landung. Wow, ein neues. modernes Terminal empfing mich. Kein Feldflughafengefühl mehr. Der kleine Doktor ist immer noch da. Ein kurzer, flüchtiger Blick in den Impfpass - alles OK. Die Einreiseprocedur haben sich die Togoer von den Amerikanern abgeschaut. Alles wird erfasst. Jeder Finger. Jedes Auge. Wofür? Am Kofferband musste ich meine Abschnitte vom einchecken vorzeigen. Sehr gut! Und meine Koffer waren da! Juhuh! Nochmals durch die Durchleuchtung (haben die hier bessere Detektoren wie wir?) und raus in die Hitze. 18:40 h, Stockdunkel und noch 35 ℃. Gestern der Glühwein fiel mir plötzlich ein. Aimé, unser Koordinator vor Ort, ist noch der Alte. Sieht gut aus mit Brille. Das T-Shirt spannt. Francoişe kocht gut! Mit dem "Brilli", Michaels ehemaligem brillenbeklebtem Corsa fahren wir zum Seemannsheim. Es hat sich nichts verändert auf den Straßen, naja Pisten, Lomés. Die Motorradfahrer haben eindeutig die Vormachtstellung. Ampeln gibt es. Sogar mit Sekundenanzeige bis rot oder grün kommt. Scheint aber nur eine unverbindliche Empfehlung zu sein. Wer sich dran hält beweist Mut! Am Seemannsheim, unserer traditionellen Bleibe in Lomé  angekommen bestaune ich den gegenüber liegenden neuen Container Hafen. Vom Feinsten! Das Seemannsheim wird von der Evangelischen Kirche in Bremen unterhalten. Das muss unterstützt werden. Sauber, aber halt Afrika! In meinem Zimmer 8 müssen 2 kleine Mitbewohner mit flinken Beinchen und harter Schale wieder raus! Die kannte ich bisher nur aus dem Museum König in Bonn. Aimé nimmt den Geschenkekoffer mit. Ich gehe an die Bar. Erfrischung tut gut. Das Flag schmeckt immer noch - 0,65 l Deutsches Reinheitsgebot! Alles herrlich vertraut. Ich bin das 5. mal hier. Zuletzt vor 3 Jahren. Letztes Jahr kamen die Flüchtlinge - da musste ich die Tour kurzfristig absagen. Und jetzt als wäre ich erst letzte Woche hier gewesen. Musik, lauer Abend, kaltes Bier. Der lange Tag endet herrlich. Das Moskitonetz aufgespannt, das Kopfkissen von zu Hause unter dem Kopf (hier werden sie anscheinend mit Roßhaar gefüllt), die Klimaanlage dezent an - Togo ich bin da! Gute Nacht!

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Start der Togoreise 2016

Ein Reisebericht von Silvia Schmid

 

Abflug in Stuttgart am 18.11.2016

Unser Transport von Biberach zum Flughafen verläuft problemlos, aber nur deshalb, weil der Fahrer vorausschauend den Weg über die Alb über die Bundesstraße wählt. Die A8 ist an diesem Tag wegen Unfall gesperrt.
In Paris kommen wir mal wieder in einem der abgelegendsten Winkel vom Flughafen Charles-de-Gaulle an und müssen den Bus zum Terminal für den Anschlußflug nach Lomé nehmen. Zwischen den Flügen ist genügend Zeit für einen kleinen Bummel. Zum Mittagessen am Terminal gibt es nur die Wahl zwischen zwei Extremen – entweder ein überteuertes Pappe-Fertig-Sandwich oder den Beluga-Kaviar vom VIP-Schnellimbiss für 1.800 Euro. Wir reisen in eines der ärmsten Länder der Erde - was für ein Widerspruch. Wir wählen keines von beidem – eine Tüte Kartoffel-Chips muß reichen.  
Der AirFrance Flug geht mit einer kleinen Verspätung aufgrund des Fönsturms los. Das Essen an Bord ist diesmal recht gut. Bis auf ungefähr 10 Minuten holt die Maschine die Verspätung wieder ein. Wir kommen am neuen Flughafen-Terminal an. Die Passkontrolle dauert noch immer ziemlich lange. Mit den neuen elektronischen biometrischen Scannern haben die Kontrolleure bei der Einreise noch ein wenig Bedienungs-schwierigkeiten.
Beim Zoll haben wir Glück, keiner öffnet unsere Koffer und bedient sich am Inhalt. Aimé, unser Koordinator holt uns mit seinem Auto "Brilli" und mit einem Taxi ab. Uschi und Michael empfangen uns vor dem Seemannsheim. Im Seemannsheim wieder die alten Gesichter – fast ein Stückchen wie wenn man heim kommt.


19.11.2016

Früh aufstehen – um 7:00 Uhr brechen wir zum Radio auf. Wir sind Live auf Sendung bei den Studenten, die die Sendnung „L’Allemand pour la Radio“ machen. Soke, Sefa, Egbatao und Herbert gestalten die Sendung. Für Togo-Hilfe gibt es eine Sondersendung – eine „Emission special“. Es wird über das Motto von Togo-Hilfe e.V. gesprochen – „Hilfe zur Selbsthilfe“. Jeder von uns muß sich vorstellen und ein paar Worte sagen. In der Rubrik Deutsch für Fortgeschrittene lesen wir das Märchen „die Bremer Stadtmusikanten“ vor. Während der Sendung werden Deutsche Schlager gespielt. Aktuelle Titel wie „die Welt retten“ aber auch so uralte Sachen, dass sie vor unserer Zeit in der Hitparade waren, sind im Programm.
Mit Aimés Auto "Brilli" fahren wir zum Radiosender und dann auch wieder zurück. Jetzt bei Tageslicht sehen wir mal, wie "Brilli" wirklich aussieht. Die Radkappen hat Aimé mit Kabelbindern befestigt, damit er ja auch keine verliert. Im Seemannsheim wird heute eine große Hochzeit gefeiert. Wir haben den Bungalow Nr 5. In diesem Jahr rieselt kein Sägmehl von der Zimmerdecke – die wurde neu gestrichen. Die Hochzeitsgäste haben es sich auf unserer Türschwelle bequem gemacht. An diesem Tag sehen wir noch ein paar unserer Patenkinder. Pelagie, Simon, Mawulolo, Elom, Reine, Nelson, Marie-Jose, Angèle, Jean-Claude und Kekeli kommen nach und nach ins Seemannsheim. Seli begleitet uns bei den Gesprächen mit den Kindern und den Eltern. Am Abend essen wir im Altmünchen. Dort wurde im Außenbereich ein Pizza-Ofen installiert. Die Pizza ist richtig klasse – hauchdünner knuspriger Boden und ordentlicher Belag. Gegen 22:00 Uhr klingt die Hochzeitsfeier aus. Bis auf ein paar störende Moskitos haben wir eine ruhige aber heiße Nacht.


20.11.2016

Sonntag – schwülheiß ist es in Lomé. Wir sind froh, wenn es in Richtung Kpalimé geht – dort ist das Klima viel angenehmer. Heute besuchen wir Patenkinder zuhause. Marcel, Marie Christine und Hezouwé werden der Reihe nach besucht. Es ist immer wieder sehr bewegend die Familien zuhause zu besuchen. Marie’s Mutter mußte umziehen, da der Besitzer den Mietern gekündigt hatte. Zur Überbrückung lebt die Familie in einem Raum des Hauses vom Vater ihrer kleinen Tochter Filberta, aber sie hat schon eine neue Wohnung gefunden. Unser Fahrer Nouhoum Salifou fährt uns mit dem selben gemieteten nicht-klimatisierten Kleinbus, in dem wir uns in den vergangenen Jahren auf den langen Reisen durch Togo, Ghana und Benin schon den Popo wundgesessen hatten. Ganz stolz zeigt er uns seine neue Frontscheibe – die alte war gerissen und es ist hier keine Selbst-verständlichkeit, dass die deswegen ausgetauscht wird. Wir bewundern die Scheibe und geben durch Handzeichen unsere Anerkennung zum Ausdruck. Auf der Fahrt zu den Patenkindern erleben wir, wie Lomé sich verändert. Neue breite mehrspurige Strassen ziehen breite Schneissen mit Parkplätzen und schmalen Grünstreifen durch die Stadt. Die Grünstreifen sind jedoch nur solange grün, wie sie bewässert werden. Der Verkehr ist dort viel zu schnell. Wo sich vorher die Händler dicht an dicht gedrängelt hatten und reges Leben auf der Strasse stattfand, rasen nun Autos dahin. Keine Buden mehr am Strassenrand – keine Lastenträger, keine Fußgänger. Es gibt nur wenig Fußgängerüberwege. Die Menschen werden in ihre Quartiers – in ihre Viertel gedrängt. Der Vorteil dieser Straßen ist jedoch, dass man plötzlich die Möglichkeit hat, schnell von einem Ende der Stadt zum anderen zu gelangen, zumindest solange sie noch nicht in der Menge des Verkehrs zu ersticken droht, wie dies z.B. in Ghanas Hauptstadt Accra nach und nach passiert.


21.11.2016

Montag – Endlich fahren wir nach Kpalimé und verlassen das heiße Lomé. Der Harmattan – der heiße Wind aus der Sahara- hat schon begonnen. Unterwegs sehen wir den Staub in der Luft – alles ist sandig und staubig und heiß. In den nächsten Wochen wird das noch zunehmen. Auf dem Weg von Lomé in Richtung Kpalimé machen wir Halt beim afrikanischen omnitherapeutischen Zentrum. Das Zentrum wurde von Ärzten gegründet und möchte einen interdisziplinären Rahmen zwischen der modernen und der traditionellen Medizin schaffen. Hygiene und Gesundheit sind das größte Problem der Bevölkerung in Westafrika. Das Zentrum ist von der Regierung anerkannt. Auch Togo-Hilfe e.V. hat mit Themen wie Brunnenbau, Wasserturm, Zahnstation usw. bereits Projekte in Sachen Hygiene und Gesundheit durchgeführt. Nach einem kurzen Gedanken-austausch und der Versicherung, dass wir im nächsten Jahr wieder-kommen, setzen wir unsere Reise fort.
Am Nachmittag besuchen wir Patenkinder zuhause – Anita, Azia und Julie. Michael besucht Thomas Krahl in Agbetiko. Mit einem einfachen Abendessen im Hotel Le Geyser klingt der Tag aus.

Presseartikel zum Togokalender 2017


Bonner Rundschau: "Afrika für das heimische Wohnzimmer"

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Der Foto-Kalender 2017 ist da!

Jedes Jahr erstellt die Togo-Hhilfe Rheinbach e.V. einen neuen Jahreskalender mit Motiven aus Togo. Das Motto des Fotokalender 2017 ist "Kultur in Togo". Der Kalender kostet 18,- € und der Preis beinhaltet die Herstellungskosten des Kalenders und zusätzlich wird hiervon eine Schulkleidung für ein Kind in Togo finanziert!

Abholmöglichkeiten in Rheinbach

  • Optik Firmenich, Weiherstraße 2
  • Notar Dr. Mario Leitzen, Kleine Heeg 13

Versand nur auf Anfrage

Weitere Essensspenden für Agerto

Dank hilfsbereiten Unterstützern der Togo-Hilfe e.V. kann bei AGERTO öfters (in Kpalimé beispielsweise regelmäßig dreimal pro Woche) zu Mittag warm gekocht und gegessen werden.

Auch in Notsé (Akpakpakpe) findet das Geld seine sinnvolle Verwendung dafür, wie auf den Bildern zu sehen ist. Es wurden gemeinsam Nudeln und Reis mit Hühnerfleisch und einer Tomatensoße mit togoischen Peperoni zubereitet. Danach haben alle ausgiebig in geselliger Runde gespeist, zusammen gelacht und die Mittagspause genossen, sodass danach jeder zufrieden und satt seine Arbeit weiter fortführen konnte.

Jahreskalender "Kultur in Togo" erfreut sich großer Beliebtheit

Der Jahreskalender 2017 unserer Togo-Hilfe erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Beim Benefizkonzert des Bonner Jugendsinfonie Orchesters in Rheinbach ermöglichte der Veranstalter, der Lionsclub Bonn-Rhenobacum, der Togo-Hilfe Rheinbach die Präsentation und den Verkauf des Togo-Kalenders 2017. Der Vorsitzende Michael F. Firmenich präsentierte mit zwei Schülern des Togo-Teams des Städtischen Gymnasiums in Rheinbach das fotografische Meisterwerk unseres Mitgliedes Klaus Schmid. Die Betrachter waren auch von den Erläuterungen von Silvia Schmid begeistert. So wird das Leitthema 2017 „Kultur in Togo“ noch transparenter. Gleichzeitig nutze der Vorsitzende die Gelegenheit den Besuchern des Konzertes die Ziele der Togo-Hilfe Rheinbach näher zu bringen.

Spende des Bildungszentrum BGZ Simmerath

Kiste 1 1.00/1.00/0,65m:

  • 45 Gestellsägen,
  • 80 cm Länge, auf Stoß
  • 25 Ersatzsägeblätter
  • 10 Fuchsschwänze

 

Wir möchten uns im Namen der Togo-Hilfe e.V. für die großartige Werkzeug-Spende bei Frau Link und dem Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer Aachen bedanken!

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Fußball-Spende für Togo

Am Samstag, den 10.September 2016 überreichten die Eheleute Renate und Walter Sobottke 21 neue Fußbälle sowie eine Luftpumpe. Diese gespendeten Bälle werden eine freudige Überraschung für die Schule in Madjikpeto mit ca. 800 Schüler/innen und die ca. 200 Jugendlichen der drei Berufs- Ausbildungszentren von "Agerto" in Togo.

Togo-Hilfe e.V. sagt der Familie Sobottke ganz herzlichen Dank für diese Spende, auch im Namen der Jugendlichen.


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