Volkstrauertag in Deutschland. Nach 3 Stunden Schlaf, unter die erfrischende Dusche, auschecken, warten auf den Transfer und dann die Formalitäten am Flughafen. Es wird sehr genau genommen. Jeder
Finger wird eingescannt. Wir bekommen unseren Pass wieder. Mit Stempel! Die kleinste Nagelfeile wird aus dem Gepäck gefischt. Um 04:00 Uhr sitzen wir am Gate und harren der Dinge. Wir sitzen um
05:40 Uhr in unserem Airbus, und 3 x ertönt „Boarding completed“. Aber jeweils trudeln noch „Spätaufsteher“ ein. Die Crew versprüht Gas – Vorschrift vor der Einreise nach Togo. So werden wir wohl
alle entlaust. Um 5:32 Uhr, nach 12 Stunden Elfenbeinküste, heben wir in Richtung Sonnenaufgang ab. Es sind 581 km bis Lomé. Erneut klettert der Flieger auf 10.000 m Höhe. Es ist diesig und
bewölkt. Nach einer Kurve über den Togo-See landen wir sanft nach 55 Minuten in Lomé. Keine 45 Minuten später sind wir mit der Einreisekontrolle, dem Empfang der Koffer und der Zollkontrolle
durch. Das elektronische Visum ist ein deutlicher Vorteil. Wir schließen Aimé, unseren so wichtigen Koordinator unserer Hilfsprojekte in Togo, in die Arme. Die Freude ist gegenseitig. Da der
Hotel-Shuttle nicht klappt, fährt Aimé uns. Ich nehme ein Taxi.
Es ist heute nicht so viel los auf den Straßen. Auch hier gibt es den Sonntag. Die Straße Richtung Benin ist gut ausgebaut. Keine tiefen Schlaglöcher mehr. Das führt dazu, dass es alle hundert
Meter heftige Bodenschwellen gibt. Dagegen sind unsere Kölner Kissen in Deutschland Spielzeug. So soll die Geschwindigkeit gebremst werden, da an jeder Stelle die 4-spurige Straße von Fußgängern
gequert wird. Um 07:40 h empfängt uns die Security am Hotel Novelo Star. Eine schöne Hotelanlage direkt am Meer, mit Pool und reichlich Palmen. Die Zimmer haben noch was „Luft nach oben“ – aber
alles OK. Silvia und Klaus, die schon am Freitag am späten Abend angereist sind, stoßen zum Frühstück dazu. Togo – wir sind komplett. Die 29. Tour beginnt.
Nach dem Aus- und Umpacken kommen um 14:00 Uhr die ersten „Patenkinder“. Es sind Jugendliche, die die Togo-Hilfe oftmals seit Kindesbeinen auf ihrem Bildungsweg unterstützt hat. Silvia und Uschi kümmern sich in Deutschland um die Angelegenheiten der Patenkinder, und Uschi hält den Kontakt zu den Paten. Aimé und Seli, die vor Ort die Jugendlichen betreuen, sind dazu gekommen. Den Anfang macht Halimatou Baba, ein – wie wir sagen würden – „taffes“ muslimisches Mädchen. Sie kommt im Hosenanzug und strahlt vor Freude. Ihr literaturwissenschaftliches Abitur hat sie mit Deutsch als zweiter Fremdsprache abgelegt. Sie ist durch eine Schwerhörigkeit gehandicapt. Togo-Hilfe hat ihr Hörgeräte verschafft. Haliratou hat gerade eine Ausbildung zur Angestellten im medizinischen Sekretariat abgeschlossen und wartet nun auf einen Ausbildungsplatz. Sie lebt bei den Großeltern. Ein nettes Mädchen, das nun sicherlich ihren Weg macht. Anschließend erscheint Pelagie Fassinou, die unter Rückenproblemen leidet und daher auf Medikamente angewiesen ist. Sie bringt uns togoische Backwaren mit. Nach dem Abitur im Norden Togos hat Pelagie eine Ausbildung im Versicherungswesen abgeschlossen. Heute leitet sie die Buchhaltung einer Bonbonfabrik. Auch bei ihr hat die Togo-Hilfe den erfolgreichen Weg ins Berufsleben geebnet. Ebenfalls eine freundliche und lebensbejahende junge Frau. Es folgt Elise Agbavi. Sie ist die Nichte von Pater Jean von den Steyler Missionaren. Elise ist fast fertig mit der Ausbildung im Finanzwesen. Sie muss an der privaten Abendschule noch 4 Prüfungen ablegen. Elise bewirbt sich bereits für ein anschließendes Praktikum.
Der Abend endet nach dem leckeren Abendessen unter Palmen diesmal sehr früh. Die Müdigkeit der letzten Tage und Nächte hängt in den Knochen. Morgen geht es weiter nach Kpalimé
Patenkind Pelagi Fassinou
