3. Tag - Togoreise 2025

Nachts sägten nur die (illegalen?) Holzfäller in den Bergen. Mehrere Stunden ertönten die Kettensägen. Unser sägen im Zimmer fiel aus. Nach der Dusche und Rasur mit warmem Wasser erwartete uns in der himmlischen Ruhe das Frühstück. Frisches Baguette, Mangomarmelade und ein Obstteller mit Ananas, Wassermelone und Banane. Dazu Kaffee. Wir genießen den Ausblick, das Vogelgezwitscher und die Ruhe.

 

Unser erstes Ziel am Vormittag ist die Dr. Gustav Nachtigal-Schule in Kpalimé. Sie wird seit Jahren unterstützt, u.a. von dem Hardtberg-Gymnasium in Bonn und dem Städtischen Gymnasium in Rheinbach. Schulleiter Felix begrüßt uns zusammen mit den 75 Schülern, die alle „angetreten“ sind. Es werden die Nationalhymnen gesungen und die Staatsfahnen gehisst. Felix überreicht der Togo-Hilfe und den beiden Schulen jeweils ein selbstgemachtes Bild. Die Schüler haben es gestaltet. Nach den üblichen Dankesworten dürfen die Schüler zurück in die Klassen. Zwei Weltwärts-Jugendliche, Jolante aus Berlin und Niklas aus Wolfsburg, sind für den Deutsch- und Englischunterricht an der Schule. Wir schauen uns die Klassen an. Die Schüler sind sehr höflich, nett und offensichtlich auf unseren Besuch vorbereitet. Zuletzt wurde mit Spenden die Reparatur von vier Dächern ermöglicht. Jetzt fehlen noch zwei Dächer, sowie der Ersatz von 2 Fenstern. Auch der gespendete Computer, das Modem und der Laptop werden uns stolz gezeigt. Es kommt Hyacinthe, der Koordinator von Zukunftschance, dazu. Wir verabschieden uns von der Schule.

Wir fahren auf abenteuerlichen Wegen weiter in den Ortsteil Novissi. Es geht zur 15-jährigen Florence, die gerade die 10. Klasse wiederholt und über Zukunftschance einPatenkind von Silvia ist. Es sind arme Verhältnisse hier. Die Lehmhütten mit dem Wellblechdach halten noch soeben. Florence ist schüchtern und zurückhaltend. Die Noten könnten besser sein. Offensichtlich hat sie eine Augenfehlstellung. Florence ist wohl kurzsichtig. Davon hatte sie Hyacinthe noch nicht berichtet. Sie soll untersucht werden und in der Klasse weiter vorne sitzen. Derzeit bekommt sie Mittwoch nachmittags und Samstag vormittags Nachhilfeunterricht in den schwächeren Fächern. Ihre Lieblingsbeschäftigung „Tic-Toc“ haben wir versucht ihr auszureden. Sie hat kein Smartphone, schaut aber die Filmchen bei Freundinnen. Florence überreicht Silvia eine selbstgestaltete Grußkarte. Natürlich kommt Silvia nicht mit leeren Händen. So soll u.a. der Larousse die Französischkenntnisse erweitern und der Farbkasten die Zeichenkünste unterstützen. Wir werden mit Bananen und Orangen verwöhnt. Orangen werden grob geschält, oben geköpft und dann durch Drücken ausgelutscht. Achtung: Für Weiße Unfallgefahr bzw. Kleiderwechsel. Wie immer ist die Verabschiedung sehr herzlich.

Das Mittagessen nehmen wir im Hotel Park Residence ein. Avocado mit Shrimps. Lecker! Aber auch die weiteren Salate. Hier trauen wir uns das. Zur Zeit sind die US-Mennoniten auf Missionstour hier. Der Pool lädt uns zum Schwimmen ein. Entspannung ist in Afrika gern gesehen. Bei den Temperaturen! Nach dem Schwimmen und Essen kommt ein heftiger Regenschauer auf. Gießkanne pur! 30 Minuten und dann ist alles vorbei. Von 30 Grad auf 28 Grad. Mehr Abkühlung ist nicht drin.

 

Salifou fährt uns, begleitet vom Hyacinthe auf dem Motorrad, aus Kpalimé raus in Richtung Tové zu Eric. Eric ist inzwischen Schreiner und wird über Zukunftschance von Silvia seit der Schulzeit unterstützt. Seine Mutter starb bei der Geburt der jüngeren Schwester als Eric 3 Jahre alt war. Seine Tante, selbst mit 10 Kindern gesegnet, hat Eric und seine Schwester, die noch zur Schule geht, aufgezogen. Die Großfamilie lebte in absolut armen Verhältnissen. Eric war immer ein ruhiges Kind. Nun hat er sich als Schreiner selbständig gemacht und arbeitet auch immer für Aufträge von Zukunftschance. Unweit seiner Werkstatt, die noch ohne Strom ist, gehen wir einige hundert Meter in den Busch. Hier hat Eric auf einem etwa 25 x 30 m großen Grundstück mitten im Wald vor 4 Wochen mit dem Bau eines Hauses begonnen. Bescheiden – aber Seins. Wir beeilen uns, denn gleich wird es auch hier zu Regnen anfangen.

Den weiteren Nachmittag verbringen wir ruhig und legen die Füße hoch. Abends sind wir, was schon Tradition hat, in einer Pizzeria in Kpalimé. Es schmeckt wie jedes Jahr gut. Mit vollem Magen kehren wir ins Hotel zurück und hoffen, dass der Käse nicht zu sehr im Magen rumort.