Das Frühstück heute mal wieder ohne Butter. Leider alles verbraucht und der Supermarkt öffnet erst um 9:00 Uhr. Dafür ist der staatliche Hubschrauber, der offensichtlich täglich schaut, ob die schmale Küste noch da ist, wie immer pünktlich. Jeanette verabschiedet sich von uns. Sie hat einen Termin mit der Kulturbeauftragten der Deutschen Botschaft in Lomé. Wir bleiben mit Sicherheit in Kontakt und werden uns zu Aktivitäten austauschen.
Salifou ist wie immer überpünktlich. Er putzt auf dem Parkplatz mit einem trockenen Lappen den Bus. Durch geschicktes Wedeln mit dem Tuch bringt er auch das letzte Staubkorn aus dem Bus. Der Bus ist immer pikobello und die Kühlbox gefüllt mit gekühlten Wasserflaschen. Ein perfekter Fahrer. Salifou ist inzwischen auch 61. Er ist gläubiger Muslim. Er hat zwei Frauen, wovon eine bereits verstorben ist. Seine drei Töchter und drei Söhne bereiten ihm viel Freude. Der jüngste Sohn ist 21. Die älteste Tochter 35. Eine Tochter ist Schneiderin. Die zweite Tochter ist Friseurin und verheiratet. Aimé meldet sich. Ein Unfall mit einem LKW. Er ist ihm auf der Fahrerseite hinten ins Auto gefahren. Nicht so schlimm. Aber ärgerlich. Zum Glück war die Polizei in der Nähe. Aimé wird den Schaden vom Verursacher ersetzt bekommen. Auch Salifou muss hier und da am Bus eine Berührung durch Motorradfahrer in Kauf nehmen. Alle drängeln sich vor. Berührungen – auch mit sichtbaren Folgen – gehören in Togo zum Straßenverkehr. Kein Auto ohne „Kampfspuren“.
Wir fahren zum Handwerkermarkt nach Lomé. Ein Ort, wo Künstler ihre Werke in geschützter Umgebung anbieten. Von Schnitzern, Webern, Stoff, Schmuck, Malerei, Töpfern – es ist alles dabei. Ein paar Kleinigkeiten – aber nur die, die auch „laufen“ – werden für den Verkaufsstand der Togo-Hilfe am 3. Advent auf dem Rheinbacher Weihnachtsmarkt mitgebracht. Ansonsten sind wir noch gut bestückt. Weiter geht es zum traditionellem Abschlussessen ins „Alt München“. Früher haben wir nebenan im Seemannsheim der evgl. Seemannsmission aus Bremen übernachtet. Leider kam die Anlage und vor allem die Zimmer nach der Übergabe des Seemannsheimes in togoische Hände immer mehr in einen Zustand, den wir nicht mehr „genießen“ konnten. Aber das „Alt München“ – eine Institution in Lomé – ist nach wie vor gut geführt. Wir kannten gut den Altbesitzer Heinz Mühlfahrt – ein Rheinländer. Jetzt führt seinen Sohn Marc, der das Restaurant nach dem Tod des Vaters übernommen hat, die Tradition fort. Wir waren auch einmal auf der Farm der Mühlfahrts in Togo und im Privathaus eingeladen. Heinz Mühlfahrt hat sogar in seinem Testament Michael und die Togo-Hilfe erwähnt. Die Gäste im „Alt München“ sind überwiegend „Weiße“. Auch Chinesen und ein paar Einheimische. Die Karte bietet sehr gute Küche – bestückt von der eigenen Farm - und zusätzlich deutsche Spezialitäten von der Bratwurst, über Eisbein bis zum Sauerbraten. Michael bestellt traditionell Käsefondue. Silvia, Uschi und ich, wir genießen nochmal die Seezunge. Es ist das Mittagessen, wo auch immer Danke gesagt wird. Michael bedankt sich bei Aimé für die Durchführung der Tour, bei Francoise, dass Sie uns Aimé so lange „abstellt“, bei Salifou für das sichere Fahren und beim mitgereisten Team für die großartige Stimmung. Natürlich spiegeln wir den Dank an „unseren Präsidenten“ Michael zurück. Nächstes Jahr steht seine 30. Reise nach Togo an.
Zurück im Hotel verabschieden wir uns von Salifou – der treue und zuverlässige Fahrer. Nächstes Jahr soll es einen noch bequemeren Bus geben. Abwarten! Nun bereiten sich auch Silvia und Klaus auf die Heimreise vor. Wir fliegen zwar alle am Samstag, aber die zwei mit Air France schon bzw. erst kurz nach Mitternacht und wir mit Air Brüssel am späten morgigen Abend. Ein letztes kleines Abendessen im Hotel – Crêpes, Gemüse oder Omelette geht immer – und dann heißt es Abschied nehmen von Silvia und Klaus. Wir haben noch eine Nacht im Novela Star.






